Hamburg/Berlin. Zuvor hatte Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) bekannt gegeben, dass Senat und Bahnvorstand bereits seit Monaten "diskret" über eine intensive Zusammenarbeit verhandeln. Beust sprach von einer "Weichenstellung, wie es sie für die Stadt seit zehn Jahren nicht mehr gegeben hat". Dabei geht es zum einen um die Verlagerung großer Teile der Bahnzentrale von der Spree an die Elbe. Nach Beusts Worten wären damit deutlich mehr als 1000 Arbeitsplätze sowie Investitionen im "deutlichen dreistelligen Millionenbereich" verbunden. Zum anderen interessiert sich die Bahn für eine Beteiligung an der bisher mehrheitlich landeseigenen Hamburger Hafen- und Logistik AG (HHLA) - einem der großen Umschlagbetriebe in Europas zweitgrößtem Seehafen - sowie der Hamburger Hochbahn AG (HHA), die in der Hansestadt vor allem die U-Bahn und den Busverkehr betreibt. Wie hoch diese Beteiligungen ausfallen sollen, ist noch offen. "25 Prozent ist zu wenig, 75 Prozent ist zu viel", sagte Beust lediglich. Offen ist auch, wie viel Geld die Bahn zahlt. Finanzsenator Wolfgang Peiner (CDU) machte allerdings deutlich, dass die Einnahmen aus dem Teilverkauf der Staatsbetriebe nicht zur Sanierung des Hamburger Landeshaushalts verwendet werden sollen. Sowohl im Personennahverkehr als auch im Hafengeschäft stünden große Investitionen an, die sich mit der Bahn als starkem Partner deutlich besser bewältigen ließen. Vor diesem Hintergrund sei auch die Beteiligung Dritter ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Allein bei der HHLA seien auf absehbare Zeit Investitionen von einer Milliarde Euro sowie die Schaffung 1000 neuer Arbeitsplätze geplant.
Bahn strebt von Berlin nach Hamburg - Einstieg ins Boomgeschäft Hafen
Die Deutsche Bahn strebt mit ihrer Konzernspitze von Berlin nach Hamburg. Es sei "vorstellbar", dass der Vorstand unter Bahnchef Hartmut Mehdorn seinen Sitz in die Hansestadt verlagere, sagte Bahnsprecher Werner Klingberg am Freitag.