Bahn: Nur noch 13 Korridorsanierungen bis 2031

09.10.2026 14:02 Uhr | Lesezeit: 3 min
Korridorsanierung DB
Das Konzept der Korridorsanierung - also der Generalsanierung ganzer Streckenabschnitte unter Vollsperrung - bleibt, wird aber noch mehr Jahre in Anspruch nehmen
©Foto: picture alliance / ZB | Sascha Steinach

BMV und DB InfraGO überarbeiten das Konzept für die Korridorsanierungen. Bis 2031 sollen nur noch 13 statt 21 Korridore saniert werden.

Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) und die DB InfraGO haben gemeinsam das Konzept der Korridorsanierungen für die Bahninfrastruktur überarbeitet. Kern eines am Freitag vorgelegten 5-Punkte-Plans ist die Reduzierung auf 13 Korridorsanierungen im Zeitraum von 2027 bis 2031. Bislang waren in den kommenden fünf Jahren 21 Korridorsanierungen vorgesehen. Damit sollen die enormen Bauvolumina verlässlicher abgeschlossen werden und sowohl im Zeit- als auch im Kostenrahmen bleiben, heißt es seitens des BMV.

Sichere Netzkapazität, besserer Hochlauf

Neben dem neuen Zeitplan für die Korridorsanierungen sieht der 5-Punkte-Plan vor:

  • ETCS als Standard: Bei Korridorsanierungen soll grundsätzlich das einheitliche europäische Zugbeeinflussungs- und Sicherungssystem ETCS vorbereitet und verbaut werden.
  • Netzkapazität sichern: Die DB InfraGO intensiviert die Vorbereitung von Umleiterstrecken und stimmt den Bauablauf von Korridorsanierungen umfassend mit dem übrigen Baugeschehen im Netz ab.
  • Stabilerer Hochlauf: Der Zugverkehr soll künftig schrittweise hochgefahren werden, in der Regel zunächst mit Güterzügen (Belastungsfahrten)
  • Mehr Realismus bei Sanierungsversprechen einhalten: BMV und DB InfraGO halten am Ziel fest, dass nach einer Korridorsanierung die infrastrukturbedingten Störungen um 80 Prozent zurückgehen – aber nicht sofort, sondern spätestens 100 Tage nach Inbetriebnahme.

Weitere Korridorsanierungen werden verschoben

Verkehrsminister Steffen Bilger hatte die Korridorsanierungen bereits in der Vergangenheit kritisiert. Nun sagt er: „Die Idee der Korridorsanierungen ist richtig. Aber in der Vergangenheit hat die Umsetzung zu oft nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht.“ Daraus ziehe man die Konsequenzen und konzentriere sich nun auf weniger Korridore. Darüber hinaus verlangt das Ministerium eine bessere Planung der Bauvorhaben sowie der Umleitungsverkehre für den Personen- und Güterverkehr. Bilger sprach von einer „tragfähigen Lösung“, die nun gemeinsam mit der Deutschen Bahn, den Ländern und der Branche entwickelt wurde.

Es würden im Rahmen des neuen Konzepts keine Korridorsanierungen gestrichen, sondern nur verschoben, betont das BMV. Die Priorisierung der Korridorsanierungen ab dem Jahr 2032 erfolgt im kommenden Jahr.

Geplante Korridorreihung 2027 – 2031

In den kommenden fünf Jahren sind folgende Korridorsanierungen geplant:

  • 2027: Lehrte – Berlin (seit 10/26 im Bau), Rosenheim – Salzburg, Fulda – Hanau
  • 2028: Köln – Koblenz, München – Rosenheim (1. Etappe), Hagen – Unna – Hamm , Lübeck – Hamburg
  • 2029: Hamburg – Hannover, Würzburg – Ansbach – Treuchtlingen, Aachen – Köln
  • 2030: Stendal – Magdeburg, Uelzen – Stendal
  • 2031: Lehrte – Groß GleidingenMünchen – Rosenheim (2. Etappe)

HASHTAG


#BMV

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


Logistik- und Lagerleiter (m/w/d)

Triptis bei Jena (Thüringen)

KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.