Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) und die DB InfraGO haben gemeinsam das Konzept der Korridorsanierungen für die Bahninfrastruktur überarbeitet. Kern eines am Freitag vorgelegten 5-Punkte-Plans ist die Reduzierung auf 13 Korridorsanierungen im Zeitraum von 2027 bis 2031. Bislang waren in den kommenden fünf Jahren 21 Korridorsanierungen vorgesehen. Damit sollen die enormen Bauvolumina verlässlicher abgeschlossen werden und sowohl im Zeit- als auch im Kostenrahmen bleiben, heißt es seitens des BMV.
Sichere Netzkapazität, besserer Hochlauf
Neben dem neuen Zeitplan für die Korridorsanierungen sieht der 5-Punkte-Plan vor:
- ETCS als Standard: Bei Korridorsanierungen soll grundsätzlich das einheitliche europäische Zugbeeinflussungs- und Sicherungssystem ETCS vorbereitet und verbaut werden.
- Netzkapazität sichern: Die DB InfraGO intensiviert die Vorbereitung von Umleiterstrecken und stimmt den Bauablauf von Korridorsanierungen umfassend mit dem übrigen Baugeschehen im Netz ab.
- Stabilerer Hochlauf: Der Zugverkehr soll künftig schrittweise hochgefahren werden, in der Regel zunächst mit Güterzügen (Belastungsfahrten)
- Mehr Realismus bei Sanierungsversprechen einhalten: BMV und DB InfraGO halten am Ziel fest, dass nach einer Korridorsanierung die infrastrukturbedingten Störungen um 80 Prozent zurückgehen – aber nicht sofort, sondern spätestens 100 Tage nach Inbetriebnahme.
Weitere Korridorsanierungen werden verschoben
Verkehrsminister Steffen Bilger hatte die Korridorsanierungen bereits in der Vergangenheit kritisiert. Nun sagt er: „Die Idee der Korridorsanierungen ist richtig. Aber in der Vergangenheit hat die Umsetzung zu oft nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht.“ Daraus ziehe man die Konsequenzen und konzentriere sich nun auf weniger Korridore. Darüber hinaus verlangt das Ministerium eine bessere Planung der Bauvorhaben sowie der Umleitungsverkehre für den Personen- und Güterverkehr. Bilger sprach von einer „tragfähigen Lösung“, die nun gemeinsam mit der Deutschen Bahn, den Ländern und der Branche entwickelt wurde.
Es würden im Rahmen des neuen Konzepts keine Korridorsanierungen gestrichen, sondern nur verschoben, betont das BMV. Die Priorisierung der Korridorsanierungen ab dem Jahr 2032 erfolgt im kommenden Jahr.
Geplante Korridorreihung 2027 – 2031
In den kommenden fünf Jahren sind folgende Korridorsanierungen geplant:
- 2027: Lehrte – Berlin (seit 10/26 im Bau), Rosenheim – Salzburg, Fulda – Hanau
- 2028: Köln – Koblenz, München – Rosenheim (1. Etappe), Hagen – Unna – Hamm , Lübeck – Hamburg
- 2029: Hamburg – Hannover, Würzburg – Ansbach – Treuchtlingen, Aachen – Köln
- 2030: Stendal – Magdeburg, Uelzen – Stendal
- 2031: Lehrte – Groß GleidingenMünchen – Rosenheim (2. Etappe)