Hamburg (dpa) - Bahn-Chef Hartmut Mehdorn sieht sich wegen seiner Amtsführung erneut heftiger Kritik ausgesetzt. Nach einem Bericht der Wochenzeitung „Welt am Sonntag“ hat der Bahnvorstand in einem internen Schreiben seinen Mitarbeiter Handlungsanweisungen bei Kontrollen durch die Bundesnetzagentur vorgegeben. Darin würden Tipps gegeben, wie die Kontrolleure der zuständigen Bundesnetzagentur bis zum Eintreffen der Rechtsabteilung aufgehalten werden können. Die Bahn wies die Kritik zurück. „Das Schreiben ist eine ganz normale Verhaltensanweisung“, sagte ein Sprecher der Zeitung. Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Horst Friedrich rügte den Mitarbeiterbrief: „Das ist eine Anweisung, die Kontrolleure künstlich dumm zu halten - so stellt sich Mehdorn Wettbewerb vor“, sagte er dem Blatt. Ähnlich äußerte sich CDU-Verkehrsexperte Dirk Fischer: „Mehdorn unterminiert die Ermittlungstätigkeit.“ Netzagentur-Chef Matthias Kurth sei gefordert, das wettbewerbsschädliche Verhalten der Bahn zu stoppen. Die Bundesnetzagentur ist seit 1. Januar damit betraut, den freien Wettbewerb auf der Schiene zu überwachen. (dpa/sb)
Bahn-Chef Mehdorn unter Kritik
Verkehrspolitiker beanstanden Anweisungen zu Kontrollen durch Bundesnetzagentur