Bonn. Als besondere Herausforderung für das Segment der Fahrzeuglogistik bezeichnet AML-Vorsitzender Konrad Lehner die Neuregelung der Arbeitszeit für Berufskraftfahrer mit Wirkung vom 1. September 2006. Mit dem Wegfall des Bundesmanteltarifes für den Fernverkehr ergibt sich damit eine tatsächliche Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit des Fahrpersonals um etwa ein Fünftel. „Hiervon sind unsere Fahrer ganz besonders betroffen, weil sie zusätzlich zu ihrer Fahrtätigkeit auch für die Be- und Entladung der Fahrzeugspezialtransporter verantwortlich sind“, gibt der AML-Vorsitzende zu bedenken. Nach einer bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers in Auftrag gegebenen Kostenuntersuchung ergibt sich aus dem aufgrund der neuen Gesetzgebung resultierenden Anstieg der Lohnkosten im Mittel um 18,75 Prozent und einem gleichzeitigen Anstieg der fixen Betriebskosten um durchschnittlich 16 Prozent eine Steigerung der Gesamtkosten der Automobillogistiker um 9,3 Prozent im Durchschnitt. Während der Anstieg der Lohnkosten laut AML zweifelsfrei auf die Notwendigkeit zurückzuführen ist, neue Fahrer einzustellen, um bei verminderter Arbeitszeit das gleiche Pensum erfüllen zu können, resultiert der Anstieg der fixen Betriebskosten vor allem aus der Tatsache, dass auch in zusätzliche Züge investiert werden muss, um bestehende Relationen weiter bedienen zu können. „Schließlich bilden Lkw und Fahrer eine Einheit, und die steht nun nur noch durchschnittlich 48 Stunden zur Verfügung“, erläutert der stellvertretende AML-Vorsitzende Dr. Jörg Mosolf die Untersuchungsergebnisse. Als weitere Kostentreiber dürften sich laut AML auch die neuen Verpflichtungen der Unternehmen erweisen, die aus den geplanten Vorschriften zur Lieferkettensicherheit resultieren. Hier sind besonders die Zollsicherheitsinitiative mit der Einführung des zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten im Jahr 2007 sowie die derzeit stark diskutierte Lieferkettensicherheitsverordnung, die von Seiten der EU-Kommission auf den Weg gebracht wurde hervorzuheben. Beide Vorschriften betreffen die Fahrzeuglogistiker, für die der Im- und Export von Fahrzeugen zum täglichen Brot gehörten. Ein spezieller Arbeitskreis soll untersuchen, wo vor diesem Hintergrund die neuralgischen Punkte in der Prozesskette zu suchen sind und wo gegebenenfalls Maßnahmen ergriffen werden müssen, um den gesetzlichen Vorschriften nachzukommen.
Automobillogistik: Arbeitszeitgesetz und Lieferkettensicherheit sind die dringendsten Probleme
Der Verein Automobillogistik im BSL e.V. (AML) hat in einer Pressemitteilung die dringendsten Probleme der Transporteure von Neuwagen formuliert.