Berlin. Angesichts einer eingetrübten Weltkonjunktur hat nun auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) seine Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft nach unten geschraubt. Die Gefahr einer Rezession sei aber gering, sagte DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen am Mittwoch in Berlin. Unter dem Strich stehe die deutsche Wirtschaft nach wie vor vergleichsweise gut da.
Das DIW senkte seine Prognose für das Wachstum der Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent für dieses Jahr und um 0,1 Prozentpunkte auf 1,6 Prozent für das kommende Jahr.
Auch die „Wirtschaftsweisen“ hatten ihre Prognose heruntergesetzt. Im dritten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt erstmals seit dreieinhalb Jahren wieder geschrumpft. Dies lag vor allem an Problemen in der Autoindustrie bei der Zertifizierung neuer Abgas- und Verbrauchsnormen der EU. Es kam zu Produktionsausfällen. Diese dürften jedoch im Winter zumindest teilweise nachgeholt werden.
DIW geht von schwächerem Aufwärtstrend aus
Die deutsche Wirtschaft hat eine lange Wachstumsphase hinter sich. Das DIW betonte, der Aufwärtstrend werde sich fortsetzen, wenn auch auf einem schwächeren Niveau. Die Bauwirtschaft brumme, die Arbeitsmarktlage sei stabil. Das mache sich zunehmend in den Portemonnaies der Arbeitnehmer bemerkbar. „Die Löhne steigen auch nach Abzug der Inflation, die in den kommenden Jahren bei etwa zwei Prozent liegen dürfte, um voraussichtlich mehr als ein Prozent pro Jahr. Davon profitiert der private Konsum“, sagt DIW-Experte Simon Junker.
Unsicherheiten bestehen allerdings wegen des unklaren Austritts Großbritanniens aus der EU sowie wegen Handelskonflikten, etwa zwischen den USA und China. Das hat zu einer Eintrübung der Weltkonjunktur geführt. (dpa/ag)