Dublin. Die irische ASL Aviation Group hat die Schweizer Farnair-Gruppe endgültig übernommen. Der Vertragsabschluss, als Absichtserklärung von beiden Unternehmen bereits vor Wochen angekündigt, erfolgte gestern. Mit der Übernahme entsteht ein Kapazitätsanbieter, der ab sofort über einhundert Flugzeuge verfügt, deren Kernflotte aus Boeing737-Frachtern sowie so genannten 737-Quick-Change-Mustern besteht, also Passagierflugzeuge, die sich durch Entnahme der Sitze in kurzer Zeit in ein Cargoflugzeug umwandeln lassen. Hinzu kommen A300-Frachter, ATR-Turboprop- und L382-Hercules-Frachter.
In Europa werden die meisten dieser Flugzeuge eingesetzt, um Zulieferdienste für Integratoren oder staatliche Postunternehmen zu leisten. So setzt die französische La Poste bei ihrer landesweiten Brief- und Paketbeförderung auf die ASL-Flotte, die unter dem Namen Europe Airpost unterwegs ist.
Mit der Akquisition der in Basel ansässigen Farnair, die über zwanzig Frachter und Passagierflugzeuge betreibt, entsteht ein Kapazitätsanbieter, der weit über Europas Grenzen hinaus aktiv ist. Denn Farnair Switzerland hat eigene Flugtöchter in Ungarn, Indien und Thailand, die künftig ebenfalls zur ASL gehören.
Darüber hinaus ist ASL mit dem Ableger Safair in Südafrika aktiv, von wo aus per Lockheed-Hercules-Frachtern vor allem Hilfsflüge im Auftrag der UN zu Zielen innerhalb Afrikas durchgeführt werden.
Infolge der Farnair-Übernahme erwartet ASL für 2015 einen konsolidierten Jahresumsatz von über 400 Millionen Euro, mit einem EBITDA-Ergebnis von mehr als 80 Millionen Euro. Durch die Verschmelzung beider Firmen steigt die Zahl der Mitarbeiter auf etwas über 1.500 Personen. (hs)