Bonn. Angesichts des erfolgreich verlaufenen Jahres 2011 für die deutschen Automobilhersteller fordert der Verein Automobillogistik im DSLV (AML) ein Ende der rigiden Preispolitik der Industrie bei Autotransporten.
Der AML verweist zudem auf die Rekordzuwächse bei den Treibstoffkosten. Die von den Transporteuren mit ihren Auftraggebern vereinbarten variablen Preisgleitklauseln, entpuppten sich zunehmend als Problem. Die Dieselpreise hätten mittlerweile Höhen erklommen, die in den alten Verträgen kaum vorauszusehen waren. Vor Jahren wurden die Preise noch bei durchschnittlichen Dieselpreiserhöhungen von 5 Cent angepasst. Heute bewege man sich innerhalb von Spannbreiten um die 10 bis 20 Cent.
„Die daraus resultierenden Kostensteigerungen müssen die Spediteure alleine verkraften. Bis die nächste Erhöhungsstufe erreicht ist, kann es für manchen kleineren Unternehmer zu spät sein“, beklagt Konrad Lehner, Vorsitzender des AML. Er fordert eine Anpassung der Dieselklauseln an das generell höhere Preisniveau und fordert die deutschen Hersteller zum Umdenken in ihrer Preispolitik auf. In der Luftfrachtbranche oder in der Seeschifffahrt werde die Erhöhung der Treibstoffkosten eins zu eins an die Kunden weitergereicht, sagte Lehner.
„Auf mittlere und lange Sicht schneiden sich die Hersteller ins eigene Fleisch“, ist Lehner überzeugt. Trotz aller Prognosen über Produktionsverlagerungen ins Ausland würden in Deutschland in den kommenden Jahren vermehrt Transportkapazitäten benötigt. In der gegenwärtigen Situation könnten die Transporteure nicht genügend Rücklagen bilden, um in Kapazitäten zu investieren. (diwi)