Fort Worth/Tempe. American Airlines und US Airways schließen sich zur weltgrößten Fluggesellschaft zusammen. Das gaben beide Unternehmen am Donnerstag offiziell bekannt. Unter dem gemeinsamen Namen American Airlines steigt die Fluggesellschaft damit zur neuen Nummer eins am Himmel auf. Durch die Fusion mit dem kleineren Rivalen US Airways entsteht ein Gigant mit 1500 Flugzeugen und einem Umsatz von annähernd 39 Milliarden Dollar (29 Milliarden Euro). Die Jets werden täglich 6700 Mal abheben zu 336 Zielen in 56 Ländern. Die Fusionsgespräche liefen bereits seit einem Jahr. Sie hatten kurz nach der Insolvenz der American-Airlines-Muttergesellschaft AMR begonnen.
Alle Drehkreuze und Flugziele sollen beim künftigen Airline-Riesen erhalten bleiben. Die Gesellschaften bieten auch Flüge nach Deutschland an, vor allem nach Frankfurt, Berlin, Düsseldorf und München. American Airlines ist nach Passagierzahlen die drittgrößte Fluggesellschaft der Vereinigten Staaten, US Airways ist Nummer fünf. Zusammengenommen verdrängen sie mit rund 139 Millionen Passagieren (2011) die vor zwei Jahren ebenfalls aus einer Fusion entstandene United Continental vom Spitzenplatz und steigen zur weltweiten Nummer eins auf.
Die Anteilseigner von American Airlines werden wie erwartet 72 Prozent an der gemeinsamen Gesellschaft halten, die der kleineren US Airways 28 Prozent. Konzernchef wird allerdings US-Airways-Lenker Doug Parker. Er gilt als Architekt der Fusion. American-Airlines-Chef Tom Horton wird Vorsitzender des Verwaltungsrats. Der American-Airlines-Konzern will die Fusion für einen Neustart nutzen. „Dieser Zusammenschluss erhöht die Chancen, dass unsere Gläubiger ihr Geld komplett zurückbekommen“, erklärte Horton. Ab dem Jahr 2015 wollen die Fluglinien jährlich 1 Milliarde Dollar durch den Zusammenschluss einsparen.
Der Plan muss allerdings noch vom zuständigen Insolvenzgericht abgenickt werden. Bei US Airways sind die Aktionäre am Zug. Auch die Wettbewerbshüter müssen dem Geschäft zustimmen, wobei es bei früheren Zusammenschlüssen in der Luftfahrtbranche hier kaum Probleme gab. Die Fusion soll im dritten Quartal abgeschlossen werden. (dpa/bw)