Der jüngste Ausstand hat die französische Staatsbahn SNCF in ihren Bemühungen um Anerkennung als verlässlicher Frachttransportpartner für industrielle Verlader wahrscheinlich um Jahre zurückgeworfen. Dies ist der Tenor der Kommentare nach dem Ende des Streiks, der die Bahn nach letzten Berechnungen rund 218 Millionen Mark gekostet haben dürfte – 85 Millionen im Fracht- und 134 Millionen im Personenbereich. Der Goodwill-Verlust auf Seiten der Wirtschaft ist enorm. Für die Schadensbegrenzung gibt es wenig Spielraum. SNCF-Chef Louis Gallois erklärte, die Pläne zur Neuorganisation des Unternehmens seien bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung ausgesetzt, würden aber "ohne Tabus" weiterverfolgt. Als größtes Handicap für die Zukunft der Bahn gilt die Zahl von jetzt acht verschiedenen Gewerkschaften. Nur drei davon sind am Bahngeschehen insgesamt orientiert, die übrigen vertreten Einzelinteressen. (vr/jb)
218 Millionen Mark Streikkosten für SNCF
SNCF-Chef Gallois hält an Neuorganisation des Unternehmens fest