Wiesbaden. In der seit vier Jahren nicht abreißenden Serie von Schüssen auf Autotransportern hat sich die Gefahrenlage verschärft. Wie das Bundeskriminalamt am Dienstag mitteilte, nutzen die Täter seit Sommer anstatt des kleineren Kalibers (.22) großkalibrige Munition wodurch sich die Gefährdung für Personen deutlich erhöht. „Die Gefährdung von Verkehrsteilnehmern nimmt durch die Verwendung von 9-Millimeter-Geschossen erheblich zu“, sagte der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA) Jörg Ziercke anlässlich einer Pressekonferenz in Wiesbaden. In 40 festgestellten Fällen sei bereits mit dieser Munition geschossen worden. Insgesamt sind seit Beginn der Serie 700 Schüsse auf Fahrzeuge festgestellt worden, davon 544 auf Autotransporter.
Die Polizei vermutet, dass es sich um mobile Täter handelt, die selbst auf der Autobahn unterwegs sind. Es liegen zudem Anhaltspunkte vor, dass es sich um Berufskraftfahrer, konkret LKW-Fahrer handeln könnte. In den meisten Fällen erfolge der Beschuss von der Fahrerseite aus in den Gegenverkehr hinein, vereinzelt auch bei Überholvorgängen.
Im Oktober hat das BKA die Besondere Aufbauorganisation „Transporter“ eingerichtet. Darin ermitteln unter Federführung des BKA Polizeibeamte der hauptsächlich betroffen Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gemeinsam.
Die Polizei will nun auch die breite Öffentlichkeit stärker als bisher in die Fahndung einbeziehen und erbittet Hinweise bei auffälligen Beobachtungen. Zudem werden an LKW-Fahrer Handzettel mit einer Telefonnummer verteilt, Fahndungsplakate werden an allen Autobahn-Raststätten und Tankstellen aufgehängt. Ein grundsätzliches Problem bei der Fahndung sei der Umstand, dass Einschusslöcher an Fahrzeugen erst am Ankunftsort eines LKW-Transports festgestellt werden, weit weg vom ursprünglichen Tatort. (diwi)