Benzinpreismeldestelle geht an den Start

12.09.2013 18:25 Uhr
Die Daten der Markttransparenzstelle sollen für mehr Durchblick an der Zapfsäule sorgen

Am Donnerstag fiel der Startschuss für die Benzinpreismeldestelle. Aktuelle Daten können über das Internet und Smartphone-Apps eingesehen werden – allerdings nicht für LKW-Diesel.

Bonn. Autofahrer können künftig leichter die günstigste Tankstelle in der Umgebung finden. Der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, stellte am Donnerstag in Bonn die „Markttransparenzstelle für Kraftstoffe“ vor, die die Preise für Super (E 5 und E 10) und Diesel von zunächst gut 13.000 deutschen Tankstellen erfasst. Fast alle übrigen der bundesweit 14.500 Tankstellen sollen folgen. Bisher gebe es erhebliche Preisunterschiede in derselben Stadt und starke Preisschwankungen, sagte Mundt.

Das Bundeskartellamt gibt die Daten kostenlos weiter, zunächst an die vier Anbieter ADAC, clever-tanken.de, mehr-tanken.de und spritpreismonitor.de. Weitere acht Informationsdienste seien bereits zugelassen und würden in den nächsten Wochen folgen. Insgesamt hätten fast 100 Interessenten sich um die Verbreitung der Daten bemüht, sagte Mundt. Dabei dürfen die Dienste auch Geld für den Datenabruf verlangen. Direkt nach der Freischaltung starteten einige Portale am Donnerstag mit einigen technischen Problemen.

Die Preise für LKW-Diesel an Tankstellen werden durch den Dienst nicht erfasst. Darauf wies Steffen Bock, Geschäftsführer des Verbraucherinformationsdienstes clever-tanken.de hin, der sich durch die Daten der Transparenzstelle eine Verbesserung der Datenqualität verspricht. Derzeit läuft auf der Website des kostenlosen Dienstes die Datenbank mit den selbst erhobenen Daten parallel zur Datenbank mit den Preisen der Markttransparenzstelle. Auf lange Sicht sollen beide Datenquellen verschmolzen werden.

Die Daten der Markttransparenzstelle erleichtere den Vergleich und schaffe für den Verbraucher „Waffengleichheit mit der Mineralölindustrie“, sagte Mundt. Wettbewerb und Preistransparenz führen in der Regel immer zu Kostenvorteilen für die Verbraucher“, erklärte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Grüne und Linke äußerten sich dagegen kritisch. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Bärbel Höhn sprach von einer „Placebo-Behörde“. Die wirklichen Gewinne würden schon vor dem Verkauf an der Tankstelle in den Raffinerien abgeschöpft, die vielfach auch den Tankstellenketten gehörten. (dpa/diwi)

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