Otto Group und NVIDIA entwickeln Steuerungssystem für Logistikroboter

12.01.2026 08:54 Uhr | Lesezeit: 3 min
Otto Group will mit Hilfe von Nvidia Logistik beschleunigen
Otto Group will mit Hilfe von Nvidia Logistik beschleunigen
© Foto: Otto Group

Die Otto Group kooperiert mit NVIDIA, um ihre Logistik mit KI-gestützter Robotik zu modernisieren. Ein neues Steuerungssystem soll Roboterflotten virtuell trainieren, koordinieren und den Weg zum digitalen Lager ebnen.

Die Otto Group arbeitet künftig mit dem US-Technologiekonzern NVIDIA zusammen, um ihre Intralogistik mithilfe intelligenter Robotik weiter zu automatisieren. Kern der Initiative ist ein sogenannter „Robotic Coordination Layer“, der die Koordination und Steuerung unterschiedlicher Robotersysteme in den Logistikzentren des Konzerns ermöglichen soll. Die Lösung basiert auf NVIDIA Omniverse und Isaac Sim und soll perspektivisch in zahlreichen der rund 120 Logistikstandorte der Unternehmensgruppe eingesetzt werden.

Virtuelles Training von Robotern in digitalen Zwillingen

Ziel der Kooperation ist es, Roboterflotten zunächst in einer simulierten Umgebung zu trainieren und zu testen, bevor sie im realen Betrieb eingesetzt werden. Dadurch sollen Prozesse effizienter, skalierbarer und besser planbar werden. Als erster operativer Standort dient das Logistikzentrum von Hermes Fulfilment im ostwestfälischen Löhne, für das der IT-Dienstleister Reply bereits einen digitalen Zwilling erstellt hat. Die technische Weiterentwicklung sowie die Governance des Systems übernimmt Otto Group One.O.

Zentrales Steuerungssystem für unterschiedliche Robotertypen

Der „Robotic Coordination Layer“ fungiert als virtuelles Navigations- und Kommunikationssystem, das verschiedene Robotertypen – etwa autonome mobile und stationäre Roboter – miteinander vernetzt. Grundlage ist die KI-Infrastruktur von NVIDIA, ergänzt durch Omniverse-Bibliotheken und Isaac Sim. Die Software wird über den Google Cloud Marketplace bereitgestellt und vollständig auf der Cloud-Infrastruktur von Google betrieben.

Bessere Planung von Spitzenlasten und Personalbedarf

Mithilfe digitaler Zwillinge lassen sich Logistikprozesse virtuell anpassen und Lastspitzen simulieren. So kann der optimale Einsatz von Robotern und Mitarbeitenden ermittelt werden. Zudem werden Roboterflottenmanagement und Warehouse-Management-Systeme integriert, um Abläufe zentral zu steuern und zu überwachen. Nutzerinnen und Nutzer können – je nach Rolle – gemeinsam auf die Systeme zugreifen und Prozesse flexibel anpassen.

Pilotstandort Löhne als Blaupause für weitere Logistikzentren

Die Einführung des Systems ist mit Investitionen im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich verbunden. Der Standort Löhne dient als Pilot und Vorlage für den Rollout in weiteren Logistikzentren der Otto Group. Langfristig soll der „Robotic Coordination Layer“ als zentrales Betriebssystem für ein vollständig digitalisiertes Lagerökosystem dienen, das neben Robotern auch klassische Automatisierungstechnik und Sensorik integriert.


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