Die Treibstoffkosten in der Schifffahrt sind zuletzt deutlich gesunken, doch die Spediteure spüren davon bisher nichts

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Clecat kritisiert zu hohe Bunkerzuschläge

Der europäische Speditionsverband bemängelt, dass die Reedereien in der Linienschifffahrt den dramatisch gesunkenen Ölpreis nicht in ihren Seefrachtgebühren berücksichtigen.

Brüssel. Der europäische Speditionsverband Clecat kritisiert, dass die aktuellen Bunkerzuschläge in der Seeschifffahrt noch auf den Ölpreisen von vor ein oder zwei Monaten basieren. Seither hätten Reedereien in der Linienschifffahrt vom freien Fall des Preises für schwefelarmes Heizöl (VLSFO) profitiert, sie würden Frachtführer und Spediteure allerdings finanziell nicht entlasten. In Anbetracht des Rückgangs der Treibstoffpreise um 35 Prozent und aufgrund der Auswirkungen der Covid-19-Krise, so Clecat, sei die Zeitverzögerung bei der Anpassung des Bunkerzuschlags für die Kunden der Schifffahrtsunternehmen nicht nachvollziehbar.

„Dies lässt den Verdacht aufkommen, dass die Spediteure den Bunkerzuschlag während der Covid-19-Krise als Instrument zur Ertragssteigerung und zur Kostendeckung einsetzen“, äußerte Willem van der Schalk, Präsident von Clecat, die Bedenken der europäischen Spediteursgemeinschaft mit Blick auf die Verlader. Diese hoffen auf Kosteneinsparungen beim Seetransport. Der Verband betonte, dass Fairplay und Lastenteilung während der Corona-Krise die obersten Prinzipien bleiben sollten. Er forderte von den Parteien in der maritimen Logistikkette mehr Transparenz bei der Berechnung der Treibstoffkosten. (ag)

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