Wöhrl: Maritime Wirtschaft geht gestärkt aus Krise hervor

16.03.2009 16:30 Uhr
Wöhrl
Koordinatorin Dagmar Wöhrl sieht wirtschaftliches Potential im Spezialschiffbau (Bild: Arndt)
© Foto: Arndt

Koordinatorin der Bundesregierung sieht Chancen für deutsche Werften und Hafenwirtschaft

Berlin/Rostock. Die maritime Wirtschaft in Deutschland wird nach Überzeugung der Koordinatorin der Bundesregierung für die Branche, Dagmar Wöhrl, gestärkt aus der aktuellen Krise hervorgehen. „Große Chancen sehe ich in Zukunft in einer noch stärkeren Orientierung auf den Spezialschiffbau, auf den Offshore-Bereich und in der Meerestechnik, auch mit Blick auf die Energie- und Rohstoffgewinnung“, sagte Wöhrl der Deutschen Presse-Agentur dpa. Derzeit leiden die deutschen Werften unter einem drastischen Auftragseinbruch. „Der Auftragseingang geht gegen Null“, sagte die Sprecherin des Verbands für Schiffbau und Meerestechnik (VSM), Kathrin Ehlert- Larsen, am Montag in Hamburg der dpa. Bereits im vergangenen Jahr waren die Eingänge auf den niedrigsten Stand seit 2001 gefallen. Darüber hinaus wurden 29 Aufträge storniert. Allerdings konnten 2008 immerhin 46 Bestellungen im Wert von 2,9 Milliarden Euro verbucht werden. In der vergangenen Woche hatten die ThyssenKrupp-Werften in Kiel und Emden den Bau von vier Containerschiffen gestoppt. Der Verband sehe ebenfalls Chancen im Spezialschiffbau, beispielsweise eisbrechende Frachter, sagte Ehlert-Larsen. „Da erwarten wir in Zukunft etwas.“ Trotz rückläufiger Frachtraten betrachtet Wöhrl auch die Aussichten der Hafenwirtschaft positiv. Deutschland sei auf leistungsstarke Seehäfen existenziell angewiesen, sagte sie. „Der Außenhandel wird weiter zulegen. Wir haben hier jetzt nur eine Wachstumspause, die wir auch nutzen können für weitere Investitionen, um bislang noch bestehende Engpässe zu reduzieren.“ Am 29. und 30. März treffen sich Vertreter der Branche und Politiker bei der 6. Nationalen Maritimen Konferenz in Rostock. Die Konferenz werde auch geprägt sein durch den Einbruch im Welthandel und die Schwierigkeiten auf den Finanzmärkten, sagte Wöhrl. Sie forderte mehr Schiffe unter deutscher Flagge auf den Weltmeeren. Derzeit sind es mehr als 500. (dpa)

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