Stuttgart. Die Stadt Stuttgart will mit dem Aktionsplan „Nachhaltig mobil in Stuttgart“ den Individualverkehr langfristig um 20 Prozent reduzieren. Grundsätzlich begrüßen die Handwerksammer (HWK) sowie Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart dieses Ziel, sie warnen aber davor, sich bei der Maßnahmenentwicklung ausschließlich auf das Thema Personenverkehr zu fokussieren. „Rund 30 Prozent des Verkehrsaufkommens in der Stadt Stuttgart entfallen auf den Wirtschaftsverkehr“, erläutert IHK-Präsident Georg Fichtner. Tagtäglich kämpften viele Stuttgarter Betriebe damit, dass zum Beispiel Waren aufgrund von Staus nicht rechtzeitig zugestellt werden könnten, Handwerker und andere Dienstleister nicht rechtzeitig zu ihren Kunden kommen oder Kunden ausblieben, weil sie keinen Parkplatz fänden. Von der angespannten Verkehrssituation in der Landeshauptstadt seien fast alle Unternehmen in Stuttgart betroffen.
„Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat vor zwei Wochen auf einer Handwerkskonferenz für seinen Aktionsplan geworben“, sagt HWK-Präsident Rainer Reichhold. „Wir sind gespannt, wie diese Ziele erreicht werden sollen. Für einen konstruktiven Austausch stehen wir jederzeit zur Verfügung.“ Die IHK Region Stuttgart hat bereits im vergangenen Jahr ein Gutachten mit Handlungsempfehlungen zur Entschärfung der Situation vorgestellt. Die Empfehlungen reichen von der Anpassung der Lieferzeitfenster in den Fußgängerzonen an die Bedürfnisse der dort ansässigen Unternehmen bis zur zuverlässigen Verkehrsinformation durch innovative Leittechnik, die eine gezielte antizyklische Tourenplanung der Lieferanten und damit eine Verkehrsentlastung überhaupt erst ermöglicht. Zudem hat die IHK auf Empfehlung ihres Gutachters einen Arbeitskreis eingerichtet, der neben den betroffenen Unternehmen auch die städtischen Ämter und übergeordnete, logistik- oder innenstadtaffine Verbände und Institutionen zusammenbringt. (kitz)