Hamburg. Die Küstenländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen wollen bei der Durchsetzung von Infrastruktur-Ausbauprojekten in Berlin stärker zusammenarbeiten. Das bekräftigten gestern Abend auf der Veranstaltung Hanselog in Hamburg (rund 260 Besucher) Vertreter der Verkehrsministerien der drei Bundesländer. Bremens Wirtschaftssenator Ralf Nagel (SPD) sagte die Teilnahme an der Konferenz der Bundesvereinigung Logistik (BVL) krankheitsbedingt kurzfristig ab. Die süddeutschen Flächenländer seien bei der Vergabe von Bundesmitteln für Verkehrswege in der Vergangenheit einfach erfolgreicher gewesen, berichtete Hamburgs Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt Anja Hajduk (Grüne). Da, wo gleiche Interessen unter den norddeutschen Ländern bestünden, solle in Berlin verstärkt gemeinsam agiert werden, so Hajduk. Denn: Mit der Bundestagswahl am Sonntag beginne für die Verkehrspolitik wieder eine neue Zeitrechnung. „Kein Bundesverkehrswegeplan ist in Blei gegossen“, sagte Hajduk. Niedersachsens Staatssekretär Stefan Kapferer (FDP) formulierte gleich noch ein weiteres gemeinsames Interesse: „Gut wäre, wenn der nächste Verkehrsminister aus dem Norden käme“. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Jörn Biel (CDU) betonte in Hamburg noch einmal die Bedeutung der Seehäfen für die gesamte deutsche Wirtschaft und die dringende Notwendigkeit des Infrastruktur-Ausbaus. Zu den wichtigsten Projekten zählt der CDU-Mann den Bau der Autobahn A20 von der polnischen bis zur niederländischen Grenze, den Ausbau des Eisenbahn-Knotens Hamburg sowie den Bau der sogenannten Y-Spange, um die Güterbahn-Verkehre in Richtung Hamburg und Bremerhaven zu verbessern. (ak)
Verkehrspolitik: Norddeutsche wollen mehr zusammenarbeiten
Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen wollen bei der Durchsetzung von Infrastruktur-Ausbauprojekten in Berlin stärker zusammenarbeiten