Umschlag niedersächsischer Seehäfen deutlich gesunken

29.01.2009 14:35 Uhr
Hafen Brake
Der Umschlag der niedersächsischen Seehäfen ist rückläufig (Bild: Ports of Niedersachsen)
© Foto: Ports of Niedersachsen

Schwächster Jahresumschlag seit sechs Jahren: Verkehrsminister Hirche fordert bessere Hinterlandanbindung durch Bund

Hannover. Der Umschlag in den niedersächsischen Seehäfen ist 2008 auf den niedrigsten Wert seit sechs Jahren gesunken. Er ging um fast vier Prozent auf 62,1 Millionen Tonnen zurück. Niedersachsens Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP) zeigte sich dennoch zuversichtlich, mit weiteren Investitionen bald wieder steigende Umschlagszahlen zu verzeichnen. „Die Wirtschaft an der Küste wird sich, davon bin ich fest überzeugt, zur zweiten Wirtschaftsachse Niedersachsens entwickeln“, sagte Hirche heute in Hannover. Dazu beitragen sollen Baumaßnahmen an den Häfen und eine bessere Hinterlandanbindung. „Wir werden dann eine völlig andere Arbeitsmarktsituation an der Küste haben“, sagte Hirche. In diesem Jahr werden 124 Millionen Euro in Niedersachsens Häfen investiert. Davon kommen 94 Millionen Euro vom Land und jeweils 15 Millionen Euro aus dem Entwicklungsfonds der Europäischen Union und aus Darlehen. Der Bau des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven ist dabei noch nicht berücksichtigt. Durch die Fertigstellung des Tiefwasserhafens im Jahr 2011 sollen die Rückstände im Bereich des Containerumschlags im Vergleich zu Hamburg und Bremen aufgeholt werden. Zudem verspricht sich Hirche, der sein Amt im Februar an seinen Parteikollegen Philipp Rösler übergeben wird, durch den Ausbau sogenannter Offshore-Projekte Zuwachs-Potenzial. In diese Windenergie-Anlagen wurde bislang vor allem in Cuxhaven und Emden investiert. Mit der Eröffnung der Offshore-Anlage Cuxhaven am 20. März will Niedersachsen bundesweit eine Vorreiterrolle einnehmen. Das Projekt schaffe je 500 direkte und indirekte Arbeitsplätze. Zusätzlich zur Wirtschaftskrise hätten auch regionale Aspekte zum Rückgang der Umschläge beigetragen. Die Entwicklung der Öl-Industrie im Hinblick auf Wilhelmshaven könne man etwa nicht der Politik anlasten. In Nordenham seien zudem 300.000 Tonnen Kohle weniger als im Jahr zuvor umgeschlagen worden, weil es „unvorhersehbare“ Reparaturen im liefernden Kohle-Kraftwerk gegeben habe. „Dies kann in diesem Jahr sicherlich wieder aufgeholt werden“, sagte Andreas Bullwinkel, Geschäftsführer der niedersächsischen Seehäfen-Gesellschaft Seaports. Bei den Investitionen mahnte Hirche zur Geduld. „Sie haben bei allen Infrastrukturprojekten eine Vorlaufzeit von sechs, sieben Jahren, ehe sich echte Rentabilität einstellt.“ Im Vergleich zu anderen Bundesländern stünde Niedersachsen mit seiner Küste bald besser da. Hirche kritisierte erneut Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Er habe „wenig Verständnis dafür“, dass im Bundes-Sofortprogramm im Zuge des Konjunkturpaketes für die Hinterlandanbindung nur 13 Prozent für Niedersachsen vorgesehen seien. „Die Mehrzahl der Hafenhinterland-Verbesserungen finden im süddeutschen Raum und Nordrhein-Westfalen statt“, kritisierte Hirche. Er werde Tiefensee weiterhin drängen, in Niedersachsen zu investieren. „Das Hinterland beginnt nicht erst in Leipzig“, sagte Hirche an die Adresse des in Leipzig geborenen Bundesministers. (dpa)

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