Hannover. Der Teilverkauf seiner Reedereitochter Hapag-Lloyd hat den weltgrößten Reisekonzern TUI im ersten Quartal 2009 vor roten Zahlen gerettet. In seinem Kerngeschäft Tourismus musste TUI aber kräftige Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis hinnehmen, wie aus dem am Montag in Hannover veröffentlichten Zwischenbericht hervorgeht. Für das Gesamtjahr erwartet die TUI „ein positives und gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessertes Konzernergebnis“. 2008 hatte der TUI-Konzern operativ zwar ein positives Ergebnis erzielt, musste unter dem Strich aber einen Verlust von 142 Millionen Euro hinnehmen. Im ersten Quartal erzielte TUI einen Konzerngewinn von 415 Millionen Euro nach einem Verlust von 279 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Verschuldung ging von 4,1 Milliarden Euro auf 2,6 Milliarden Euro zurück. Für das laufende Jahr setzt TUI vor allem auf den Buchgewinn von rund einer Milliarde Euro aus dem Verkauf der Mehrheit von Hapag-Lloyd. Außerdem hofft das Unternehmen auf Synergien bei der Tochter TUI Travel - sie war 2007 aus der Fusion des britischen Anbieters First Choice mit dem TUI-Reisegeschäft entstanden und hatte mit hohen Integrationskosten der TUI 2008 noch die Bilanz verhagelt. Bei der Ende März verkauften Containerreederei Hapag-Lloyd, an der TUI vorerst noch 43 Prozent der Anteile hält, sank der Umsatz um 23 Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis der Sparte fiel von 18 Millionen Euro Gewinn im Vorjahr tief in die roten Zahlen mit minus 222 Millionen Euro. Dies liege an einer um 15 Prozent rückläufige Transportmenge und ein um 14 Prozent gesunkenes Frachtratenniveau. (dpa)
TUI rettet sich in die Gewinnzone
Verkauf der Reederei Hapag-Lloyd beschert positives Konzernergebnis in ersten Quartal