Schiffsbergung auf der Ems dauert an

24.10.2005 09:11 Uhr
ems in not
©Foto: Verkehrsrundschau online

Die Alternativstrecke zu dem gesperrten Dortmund-Ems-Kanal soll voraussichtlich im Laufe der Woche wieder schiffbar sein

Rhede. Die Bergungsarbeiten des auf der Ems gesunkenen Binnenschiffs "Ilona M" bei Rhede (Kreis Emsland) gehen heute in eine weitere Phase. Im Laufe des Tages soll das schwere Heckteil mit der Maschine und den Tanks gehoben werden. Gestern hatte es nach viererfolglosen Hebeversuchen den erhofften Durchbruch gegeben. Der angesägte Bug riss ab und wurde von Schwimmkränen gesichert. Angesichts der Fortschritte bei der Bergung rechnen die Behörden mit einer Freigabe des Flusses in den nächsten Tagen. Sollten die Arbeiten weiter problemlos über die Bühne gehen, wäre die Ems spätestens Donnerstag wieder frei, sagte ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes Meppen heute. Derzeit stauen sich dort rund 200 Schiffe. Die Ems bildet eigentlich eine Alternativestrecke für den gesperrten Dortmund-Ems-Kanals nördlich von Recklinghausen. Die lange Sperrung führe nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) zu einer katastrophalen Situation. Etwa 3000 Fahrten von Frachtschiffen müssten umgeleitet werden, erklärte der BDB heute in Duisburg. Der direkte Schifffahrtsweg zwischen dem Rhein und dem Ruhrgebiet sowie den Häfen Norddeutschlands ist nach einem Dammbruch am Dortmund-Ems-Kanal für fast zwei Monate gesperrt. BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen erklärte: „Die Situation ist katastrophal, der gesamte Ost-West-Verkehr ist gestoppt.“ Die etwa 150 festsitzenden Schiffe seien weder einsatzfähig noch disponierbar und könnten ihre Fracht nicht löschen. Es gebe finanzielle und logistische Probleme. Die Kosten pro Tag und Schiff liegen nach BDB-Angaben bei etwa 1500 Euro. Die Höhe der Verluste könne aber nicht beziffert werden. „Wer die Kosten trägt, hängt von den Verträgen ab», sagte Schwanen und verwies auf die Fülle unterschiedlicher Abmachungen zwischen Schiffern und Auftraggebern.“ (dpa/tbu)

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