Stuttgart. Die Post im Südwesten Deutschlands bekommt Konkurrenz: Immer mehr Firmen und Behörden aber auch Privatkunden lassen ihre Briefe mittlerweile von Konkurrenten transportieren - und sparen dabei meist 20 bis 30 Prozent. Schon heute haben einige der Post-AG-Wettbewerber einen Marktanteil von regional bis zu zehn Prozent erreicht. Bundesweit werden rund fünf Prozent der Briefe von Post AG-Konkurrenten transportiert. Die meisten privaten Postdienstleister verdienen vor allem über die Zustellung in ihrer Region, wobei sie auf unterschiedliche Weise das Postmonopol umgehen. „Jede Sendung wird beim Eingang in das Sortierzentrum Weingarten digital fotografiert und mit einem Barcode versehen, wodurch eine lückenlose Sendungsverfolgung möglich ist”, sagt etwa Udo Kolb, Geschäftsführer der zum Schwäbischen Verlag gehörenden Firma „südmail”, die 40.000 Briefe am Tag zustellt. Während seine Beschäftigten oft mit dem Auto unterwegs sind, kommt der Karlsruher „Stadtbrief” auf dem Fahrrad. „Per Rad” heißt die Firma, die im Schnitt 20.000 Briefe am Tag befördert - mit der so genannten „Overnight-Lizenz”. „Wir holen die Post erst nach 17 Uhr ab und stellen sie vor 12 Uhr zu”, erklärt Annette Dufner von „Per Rad”. Der Reutlinger Anbieter „s-mail” garantiert hingegen, dass er seine rund 25.000 Briefe am selben Tag zustellt. Ein Dorn im Auge sind den privaten Postdienstleister die Steuervorteile des Gelben Riesen. „Bislang sind die Dienstleistungen der Post AG von der Mehrwertsteuer befreit, die ihrer Wettbewerber aber nicht”, klagt Karlheinz Nagel, Geschäftsführer der Morgenpost Briefservice GmbH. (dpa/wb)
Post AG bekommt Konkurrenz
Private Zusteller auf dem Vormarsch