Luftverkehrsbranche gegen EU-Insellösung beim Emissionshandel

11.11.2008 16:53 Uhr
ddp
Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber fordert einheitliche Richlinien im EU-Luftraum (Bild: ddp)
© Foto: ddp

Europäische Fluggesellschaften befürchten Benachteiligung durch C02-Zertifikate

Berlin. Die deutsche Luftverkehrsbranche wehrt sich beim Emissionshandel für einen besseren Klimaschutz gegen eine isolierte Regelung für die EU. Die europäischen Fluggesellschaften dürften mit der 2012 geplanten Einbeziehung in den Handel mit Zertifikaten für den Kohlendioxid-Ausstoß nicht benachteiligt werden, sagte Lufthansa- Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber am Dienstag in Berlin. Solange Staaten außerhalb der EU nicht mitmachten, müssten auch Flüge von EU-Unternehmen in diese Länder vom Emissionshandel ausgenommen werden. Mayrhuber äußerte sich beim fünften Deutschen Luftverkehrs-Kongress. Das Treibhausgas CO2 trägt zur gefährlichen Erderwärmung bei. Der Konjunkturabschwung treffe viele Airlines hart, weil sie nach der Kerosin-Preisexplosion „schon geschwächt in die Krise gerutscht“ seien, sagte der Lufthansa-Chef. Weltweit würden die Unternehmen in diesem Jahr voraussichtlich einen Verlust von rund fünf Milliarden Euro machen, 300 Millionen Euro davon entfielen auf die deutschen Gesellschaften. Unabhängig von der momentanen Situation werde die Luftfahrt eine Wachstumsindustrie bleiben. „Die Airlines brauchen keine Subventionen, sondern Rahmenbedingungen, in denen sie sich sauber bewegen können.“ Für Europa sei dabei wichtig, nach fast 50 Jahren Diskussion endlich einen einheitlichen Luftraum zu schaffen, sagte Mayrhuber. Damit könnte der Treibstoffverbrauch und die CO2-Emissionen um zwölf Prozent gesenkt werden. In Deutschland müsse ein Flughafen-Masterplan verabschiedet werden, um neue Kapazitäten zu schaffen. Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie, Thomas Enders, berichtete von Finanzierungsproblemen sowohl bei Zulieferern der Flugzeugbauer als auch bei den Fluggesellschaften als Käufer der Maschinen. Für die Zulieferer forderte er einen Luftfahrtfonds, wie er in Frankreich im Umfang von 60 Millionen Euro bereits geschaffen worden sei. Eine solche Größenordnung halte er auch in Deutschland für vorstellbar, sagte Enders, der Airbus-Vorstandschef ist. An einem solchen Hilfsfonds mit öffentlichen und privaten Mitteln werde sich Airbus beteiligen. (dpa)

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