Schwerin/Rostock. Die Krise im weltweiten Fracht- und Transportgeschäft hat im vergangenen Jahr auch die Seehäfen in Mecklenburg-Vorpommern mit voller Wucht getroffen. Wie das Statistische Amt am Montag in Schwerin mitteilte, sank der Güterumschlag gegenüber 2008 um 15 Prozent auf 24,9 Millionen Tonnen. Damit schrumpften die Umschlagmengen in den Häfen im gleichen Maße wie die Warenexporte aus Mecklenburg-Vorpommern. Die Ausfuhren lagen mit einem Warenwert von knapp 5,1 Milliarden Euro ebenfalls um 15 Prozent unter dem Volumen des Vorjahres. Damit ging das Exportvolumen nach jahrelang zweistelligen Zuwachsraten 2009 erstmals wieder in den Keller. Nach Angaben des Statistikamtes brach der Export der gewerblichen Wirtschaft sogar um 27,6 Prozent ein. Von ihr wurden noch Waren im Gesamtwert von 3,1 Milliarden Euro ausgeführt. Hauptexportgüter waren dabei trotz der Rückgänge um ein Drittel weiterhin Holz und Holzwaren. Die Hersteller von Windkraftanlagen und Schiffen verzeichneten Ausfuhrrückgänge um mehr als 60 Prozent. Ein Plus von 25 Prozent gab es hingegen bei Kranen und Fördermaschinen. Die Ernährungswirtschaft legte trotz Wirtschaftskrise 2009 weiter zu und übertraf mit 1,6 Milliarden Euro das Exportvolumen des Vorjahres um 5,3 Prozent. Hauptabnehmer für Waren aus Mecklenburg-Vorpommern waren trotz erheblichen Rückgangs erneut die EU-Mitgliedstaaten, in die 58 Prozent der Produkte geliefert wurden. Die Ausfuhren in asiatische Länder sanken um 8,1 Prozent. Ein Plus von 70,5 Prozent verzeichnete hingegen der Export in afrikanische Länder, der einen Gesamtwert von 427 Millionen Euro erreichte. Rostock mit Minus 18,3 Prozent umgeschlagener Seefracht In Rostock, dem größten Hafen des Landes, war der krisenbedingte Einbruch mit minus 18,3 Prozent auf 17,4 Millionen Tonnen umgeschlagener Seefracht besonders groß. Drastisch seien die Rückgänge im Fährverkehr gewesen, teilten das Statistikamt weiter mit. So gingen in diesem Segment in Rostock 26,6 Prozent weniger Güter über die Kaikante. In der Folge gelangten nur noch etwas mehr als ein Drittel (6,2 Millionen Tonnen) aller umgeschlagenen Frachtgüter auf die großen Fährschiffe. Im Sassnitzer Hafen beliefen sich die Einbußen beim Güterumschlag im Vergleich zum Vorjahr auf 18,4 Prozent. 2009 wurden dort 2,2 Millionen Tonnen ver- oder entladen. Der Fährverkehr rutschte um 38,2 Prozent auf zuletzt 1,4 Millionen Tonnen umgeschlagener Fracht ab. Der Seehafen in Wismar verfehlte mit einem Volumen von 3,1 Millionen Tonnen das Vorjahresergebnis um 5,6 Prozent. Deutliche Spuren hinterließ der wirtschaftliche Abschwung auch im Passagiergeschäft, berichteten die Statistiker. Ihren Angaben zufolge ging die Zahl der Schiffsankünfte in den Seehäfen Mecklenburg- Vorpommerns um 11,5 Prozent zurück: Während 2008 noch 18 461 Schiffe einliefen, waren es 2009 lediglich 16 333. Die 3,3 Millionen über See beförderten Passagiere bedeuteten ein Minus von 11,9 Prozent. (dpa)
Krise lässt Güterumschlag in MV-Häfen einbrechen
Güterumschlag gegenüber Vorjahr um 15 Prozent gesunken / Rostocker Hafen verbucht Minus von rund 18 Prozent