Hamburg. Zum dritten Mal binnen weniger Wochen sind am Mittwochvormittag die Mitarbeiter in der Hamburger Hapag-Lloyd-Unternehmenszentrale auf die Straße gegangen. Im Anschluss an eine Betriebsversammlung, an der rund 400 Beschäftigte teilnahmen, zogen die Angestellten in die Hamburger Innenstadt. Die neuerliche Protestveranstaltung stand unter dem Motto „Es geht um die Wurst – Hapag-Lloyd gehört zu Hamburg". Mit der Aktion wollten die Mitarbeiter erneut ihre große Sorge über die Zukunft des Traditionsunternehmens und damit um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze zum Ausdruck bringen. Entsprechend blumig, aber auch deutlich fielen die Texte auf den mitgeführten Transparenten aus. „Wer schmückt das Tor zur Welt, wenn Hapag-Lloyd wegfällt“, hieß es beispielsweise auf einem Protestplakat. Inzwischen ist die Frist für die Abgabe von Kaufgeboten an die Hapag-Lloyd-Muttergesellschaft TUI verstrichen. Uwe Klein, Betriebsratsvorsitzender des Schifffahrtskonzerns am Standort Hamburg, begründete den erneuten Protest auch damit, dass das klare Eintreten der Mitarbeiter für einen Verbleib der Reederei in Deutschland sowohl die Großaktionäre als auch die „TUI-Chefs“ noch nicht vollständig überzeugt habe. Deshalb müsse man noch etwas nachsetzen. Da es mit dem Erreichen der Gebotsfrist nun „richtig ernst wird, wollen wir auch ein knackiges, hamburgisches Zeichen setzen“, so Klein. „Jetzt geht’s um die Wurst.“ Deshalb gab es am Zielpunkt des Protestmarsches für jeden Hapag-Lloyd-Mitarbeiter eine frische Bratwurst. Wolfgang Rose, Landeschef Hamburg der Dienstleistungs-Gewerkschaft Verdi, hob gegenüber der VerkehrsRundschau die Wirkung dieser Aktion auch auf die Bürger der Hansestadt sowie die Politik und potenzielle Investoren hervor. „Diese Aktion zeigt, dass die Mitarbeiter sich sehr stark mit diesem Standort, mit Hapag-Lloyd in Hamburg, identifizieren. Das ist ein wesentlicher Produktivitätsfaktor für ein Unternehmen. Deswegen sollte diesen Aspekt keiner unterschätzen.“ Er gab weiter zu verstehen, dass er die Übernahme der Reederei durch eine Hamburger Investoren-Gruppe für den einzig machbaren Weg hält. Zugleich sprach er sich dafür aus, dass sich auch die Bundesregierung für den Erhalt der Reederei in Deutschland einsetzt. Inzwischen hat sich in der Elbe-Stadt auch eine Bürgerinitiative gegründet, die sich für den Erhalt der Reederei in Hamburg einsetzen. Das Motto der Vereinigung ist klar: „Hamburg ohne Hapag-Lloyd – das wäre wie ein Hafen ohne Schiffe.“ Die Bürgerinitiative setzt sich dafür ein, dass der Schifffahrtskonzern im Rahmen einer „Hamburger Lösung“ von der TUI erworben wird. „Hapag-Lloyd ist ein intaktes und erfolgreiches Unternehmen, integriert in eine florierende Hafenwirtschaft. Das soll so bleiben“, lautet die Forderung der Bürgerinitiative. (eha)
Hapag-Lloyd: Protest der Mitarbeiter
Aktion gegen den Verkauf der Reederei-Tochter der TUI unter dem Motto „Jetzt geht es um die Wurst“