Zeebrügge. Der Hafen Zeebrügge meistert die Weltwirtschaftskrise im Vergleich zu seinen wichtigen europäischen Wettbewerbshäfen überraschend gut. Zwar gab es bezogen auf das Gütersegment auch Umschlagverluste, doch unterm Strich schneidet der zweitgrößte belgischen Seehafen mit einem Plus von gut 5,7 Prozent ab. Gut 42 Millionen Tonnen werden demnach bis Ende 2009 über die Kaikanten gehen, berichtete jetzt Joachim Coens, Vorsitzender der Hafenverwaltung Zeebrügge MBZ. Bis Ende November wurden 40,8 Millionen Tonnen umgeschlagen (plus 4,7 Prozent). Erhebliche Einbrüche verzeichneten der Ro/Ro-Umschlag mit einem Minus von gut 22 Prozent auf 8,7 Millionen Tonnen bis Ende November. Als führender europäische Auto-Umschlaghafen bekam Zeebrügge die Probleme der globalen Autoindustrie mit voller Wucht zu spüren – wie im Übrigen auch der große Mitbewerber Bremerhaven. Demnach wurden bis Ende November im flämischen Küstenhafen gut 1,2 Millionen Autos verladen beziehungsweise gelöscht. Das entsprach einem Rückgang von gut 41,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zu den aus MBZ-Sicht sehr erfreulichen Entwicklungen gehörte das Wachstum – gegen den allgemeinen Trend – im Containerverkehr. Bis Ende November stieg die Gütermenge auf Tonnen-Basis um 14,7 Prozent auf 22,5 Millionen Tonnen. Der flämische Hafen bekam 2009 eine Reihe von neuen Diensten dazu, und zwar sowohl im Übersee-Container-Verkehr als auch im Shortsea-Segment. Letztgenanntes betraf vor allem Skandinavien und die Baltischen Staaten. Ein Erfolgssegment stellt auch der Umschlag von LNG dar. Durch weitere Investitionen wird Zeebrügge künftig Abfertigungskapazitäten für bis zu 110 LNG-Tanker haben. Bis Ende November wurden 76 Schiffe abgefertigt, nach 38 Frachtern im letzten Jahr. Rund 4,7 Millionen Tonnen Flüssiggas wurden entladen. Die ausgeprägte Investitionsneigung sowohl der öffentlichen Hand als auch der Privatunternehmen im Krisenjahr 2009 werde sich auch im nächsten Jahr fortsetzen, sagte MBZ-Chef Coens. (eha)
Hafen Zeebrügge: Flanderns Nummer zwei trotzt der Krise
Starke Zuwächse im Containerverkehr aber massive Einbrüche im Neufahrzeuggeschäft