Hafen Rotterdam buhlt um Russlands Güter

28.04.2008 07:06 Uhr

Russland steht im Mittelpunkt der Akquisitionsanstrengungen der Rotterdamer Hafenwirtschaft

Rotterdam. Der Rotterdamer Hafen will erreichen, dass Russland einen noch größeren Teil seines seewärtigen Außenhandels über den Maashafen abwickelt. Das Riesenreich im Osten Europas steht daher in den kommenden Jahren im Mittelpunkt der Akquisitionsanstrengungen der Rotterdamer Hafenwirtschaft. Schon heute kann sich das russische Güteraufkommen in Rotterdam sehen lassen. Rund 44, 2 Millionen t Ladung – Exporte wie Importe sowie Transshipment – fielen 2007 nach Berechnungen des Hafenbetrieb Rotterdam (HbR) im Direktverkehr von und mit Russland an. Die Masse, nämlich 41,4 Millionen Tonnen, waren dabei westgehende Güterströme. Hier dominieren wiederum eindeutig die Transporte von Rohöl und Ölerzeugnissen. 2008 waren das rund 28 Millionen Tonnen Rohöl und neun Millionen Tonnen verschiedene Ölprodukte, von Schweröl bis hin zu hochwertigem Gasöl. Rotterdam ist der zentrale Bündelungspunkt für russische Erdöl- und Ölerzeugnisexporte nach Übersee. Die kostbare Rohware wird mit Ostsee-typischen Tankern von Russland – hier ist der zentrale Ausfuhrhafen Primorsk - oder den Baltischen Häfen nach Rotterdam befördert. Auf die Häfen der drei Balten-Länder entfielen dabei im Berichtsjahr rund acht Millionen Tonnen Erdölerzeugnisse und gut eine Million Tonnen Rohöl. In Rotterdam angelangt, wird die Ware gelöscht, in Tanklagern zwischengelagert und konsolidiert, um schließlich mit Super-Tankern auf die Reise zu den Empfängern in Nordamerika und Fernost befördert zu werden. Zu den weiteren, wichtigen aus Russland stammenden Gütern gehören Eisen und Stahl (rund 700.000 Tonnen), Non-Ferro-Metalle (800.000 Tonnen), Kohlen (1,4 Millionen Tonnen) und Chemikalien (rund 100.000 Tonnen). Nach Russland gelangten von Rotterdam aus vor allem Stückgüter in einem Umfang von 2,6 Millionen Tonnen. Der Containerverkehr von und nach Russland nimmt beständig zu. 2007 waren es in Rotterdam rund 340.000 Standardcontainer (TEU). Zum Vergleich: Im Hamburger Hafen waren es im selben Jahr fast 730.000 TEU. Das in Rotterdam anfallende Containeraufkommen für Russland verteilt sich sowohl auf Transshipment-Ladung – zum Beispiel in Rotterdam gelöschte aber für Russland bestimmte Ware aus Fernost – als auch auf klassischen europäischen Kurzstreckenseeverkehr. Der HbR geht davon aus, dass in Zukunft der Container-Verkehr mit Russland zu einem großen Teil über den neuen Containerhafen in Ust Luga bei St.Petersburg abgewickelt wird. Der Hafen, an dessen Betreibergesellschaft sich auch die deutsche Eurogate-Gruppe mit 20 Prozent beteiligt hat, soll in einem ersten Ausbauschritt für einen Umschlag von bis zu drei Millionen TEU ausgerichtet sein. (eha)

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