Gedaschko: Elbvertiefung kann noch in diesem Jahr beginnen

25.03.2010 11:46 Uhr
Arndt
Hamburgs Hafen- und Wirtschaftssenator Axel Gedaschko will die Elbvertiefung vorantreiben
© Foto: Arndt

Arbeiten beginnen noch in der zweiten Jahreshälfte / Hafensenator Gedaschko will mit großer Hafendelegation nach Fernost reisen, um Reedereien zu überzeugen

Hamburg. Die Elbvertiefung als eines der zentralen Vorhaben des Hamburger Hafens soll noch in diesem Jahr mit ersten, vorbereitenden Maßnahmen aufgenommen werden. Das kündigte Hamburgs Hafen- und Wirtschaftssenator Axel Gedaschko am Mittwochabend auf der Hauptversammlung des Zentralverbands der Deutschen Schiffsmakler (ZVDS) sowie der Vereinigung Hamburger Schiffsmakler (VHSS) in der Hansestadt an. Als Auftakt würden wichtige Deichsicherungsarbeiten bei Otterndorf durchgeführt. Aufgrund der Komplexität der Arbeiten würden „Bilder entstehen, die sehr beeindruckend sein werden“. Mehr noch: Sie würden auf die wichtigen Reedereikunden in Fernost Signalwirkung ausüben und sie davon überzeugen, dass es mit der immer wieder angekündigten und dann aus vielerlei Gründen doch nicht realisierten Elbvertiefung nun endlich los gehe, so der Senator. Gedaschko räumte vor den rund 100 Teilnehmern jedoch auch ein, dass dieses Hin und Her inzwischen bei den Reedern in Fernost den Glauben an die Entschlossenheit des Hamburger Hafens und der Politik, die Elbe zu vertiefen, erschüttert habe. Auch aus diesem Grunde werde er gemeinsam mit einer hochkarätigen Hafen- und Wirtschaftsdelegation Anfang Juni zu einer Fernostreise aufbrechen, um wichtige Überzeugungsarbeit zugunsten des Hamburger Hafens zu leisten. Gedaschko sprach sich dafür aus, zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen den norddeutschen Seehäfen zu kommen. „Wir brauchen eine Allianz der deutschen Häfen“, erklärte Gedaschko. Die Wirkung werde sich sowohl national, zum Beispiel in Richtung der Bundesregierung nach Berlin, aber auch über Deutschlands Grenzen hinaus entfalten. Von der Politik in Berlin forderte Gedaschko für die deutschen Häfen als Ganzes wesentlich höhere finanzielle Zuwendungen. Die derzeit noch bis 2018 festgeschriebenen rund 33,8 Millionen Euro an Bundesmitteln für Infrastrukturvorhaben in allen deutschen Seehäfen reichten hinten und vorne nicht aus, damit die Häfen ihre Rolle als Ein-und Ausfallstor für den seewärtigen deutschen Außenhandel spielen könnten. Schließlich sei die deutsche Im- und vor allem Exportwirtschaft auf leistungsstarke Seehäfen angewiesen. Die Häfen allein könnten die gewaltigen, hohen finanziellen Lasten zum Ausbau und zum Unterhalt der Häfen aus eigener Kraft nicht dauerhaft tragen. „Das kann keiner finanzieren“, sagte Gedaschko. Als Musterbeispiel dafür, wie ein Staat seine Häfen als „nationale Aufgabe“ definiert hat, nannte Gedaschko die Niederlande. Großprojekte wie die Maasvlakte II oder die Betuwerpute in Rotterdam seien mit massiver finanzieller Unterstützung aus Den Haag realisiert worden. Das in der vergangenen Woche stattgefundene Maritime Treffen in Berlin mit dem neuen Maritimen Koordinator der Bundesregierung wertete Gedaschko als großen Erfolg. Auch deshalb, weil die fünf norddeutschen Bundesländer ihre Anliegen gegenüber dem Bund in großer Geschlossenheit vorgetragen hätten. Vereinbart worden sei unter anderem ein 13-Punkte-Prüfkatalog, der noch bis zum Sommer abgearbeitet werden soll. Zu den Punkten gehöre auch die Anpassung der Passageentgelte für den Nord-Ostsee-Kanal (NOK). Diese Abgaben sind aus Sicht der Schiffsmakler in der Tat ein großes, die Wettbewerbsfähigkeit der Häfen als Ganzes entscheidendes Thema, betonte Volkert Knudsen, Vorsitzender des ZVDS, in seiner kurzen Rede. Es sei „von großer Bedeutung, dass wieder vermehrt Transitladungen aus den deutschen Nordseehäfen durch den Kanal als kürzestem Weg in die Ostsee geführt werden“, so Knudsen. Er geht davon aus, dass „bei wieder steigenden Charterraten und Bunkerpreisen“die Wettbewerbsfähigkeit des NOK wieder gestärkt werde. Die Weltwirtschaftskrise habe auch die Schiffsmakler-Branche in Mitleidenschaft gezogen. Umso erfreuter sei er, dass die Masse der in den Verbänden organisierten Betriebe „zumindest das erste Jahr der Wirtschaftskrise bewältigt haben und vielfach schon wieder eine Belebung ihrer Geschäftstätigkeit feststellen“, sagte Knudsen. Ein Ergebnis der zeitgleich abgehaltenen Hauptversammlung von VHSS und ZVDS waren auch Personalentscheidungen. So werden die Hamburger Schiffsmakler ab sofort von Christian Koopmann repräsentiert. Er folgt auf Thomas Rehder, der das Amt seit 2003 bekleidete. (eha)

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