Fürstaller und Schoettel übernehmen LKW Augustin

07.07.2009 17:22 Uhr
Schoettel Fürstaller Augustin Network
Die Ex-Thiel-Manager Rodolphe Schoettel und Christian Fürstaller sind die neuen Besitzer und Vorstände von LKW Augustin in Österreich
© Foto: Augustin Network

Mit neuer Strategie gegen den Umsatzeibruch / Investitionen in Kontraktlogistik

Salzburg. Der frühere Fußballprofi Christian Fürstaller und sein Geschäftspartner Rodolphe Schoettel haben das österreichische Transportunternehmen Augustin übernommen. Seit dem 1. Juli firmiert das Unternehmen unter dem neuen Namen „Augustin Network“. Fürstaller übernimmt die Rolle des Vorstandsvorsitzenden (CEO). Schoettel verantwortet als CFO die Finanzen. Beide Manager kennen sich noch aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit beim Luxemburger Logistikdienstleister Thiel Logistik (heute: Logwin). Verkäufer ist Oskar Berger, der das Unternehmen als LKW Augustin seinerseits vor rund zwei Jahren übernommen hatte. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Schrumpfender Umsatz „Die Rückgänge bei den Kunden im produzierenden Gewerbe und in der Industrie schlagen voll durch, wir haben beim Umsatz ein Minus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verkraften. Gleichzeitig verfallen in einigen Bereichen die Preise, die Überkapazitäten in ganz Europa sind jetzt besonders deutlich zu spüren“, sagt Fürstaller. Aktuell rechnet er mit einem Umsatz von 140 Millionen Euro im Jahr 2009. Im vergangenen Jahr waren es noch 190 Millionen Euro. Zum Ergebnis macht das Unternehmen auf Nachfrage keine Angaben. Neue Produkte und Geschäftsbereiche Mit einer neuen Strategie wollen die neuen Eigentümer den Umsatz innerhalb von fünf Jahren auf 200 Millionen Euro steigern. Das werde einerseits durch einen Modernisierungs- und Innovationsschub des Kerngeschäftes Transport und andererseits durch den Aufbau neuer verwandter Geschäftsfelder gelingen. Geplant ist dazu die Spezialisierung auf bestimmte Branchen wie Elektronik, Automobil und Konsumgüter sowie auf Produkte wie Inbound-Transporte, After Sales und Kühlgut. Ebenso wichtig, so Fürstaller, sei eine Konzentration auf ausgewählte Regionen in Europa. Es sei zu teuer, jede verlangte Destination anzubieten und dann Leerkilometer in Kauf zu nehmen. Ausgebaut werden soll das Geschäft mit der Kontraktlogistik. Hier sollen vor allem solche Projekte gewonnen werden, die neben Warehousing und Value Added Services einen hohen Anteil an Transportmanagement sowohl im Inbound als auch im Outbound aufweisen. Dafür werde Augustin in Logistikzentren investieren. Das erste entstehe derzeit für etwa zehn Millionen Euro in Eberstallzell (Österreich). Augustin Network besteht aktuell aus 13 Niederlassungen in sechs Ländern, sechs davon in Österreich. Insgesamt sind 1000 Mitarbeiter für das Unternehmen tätig. Der Hauptsitz ist und bleibt in Straßwalchen. Das Unternehmen betreibt selbst 640 LKW, weitere 400 sind nach Unternehmensangaben über den Geschäftsbereich „Truck Rent + Sale“ vermietet und stehen in keiner operativen Verbindung zum Transportunternehmen. (sv)

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