Hannover. Beim Tourismus- und Schifffahrtskonzern TUI haben Belastungen im Fluggeschäft massiv auf die Erträge gedrückt. Unterm Strich schrieb die TUI deswegen im zweiten Quartal 2008 rote Zahlen. Beim künftig alleinigen Standbein, der Touristik, sieht sich die TUI aber insgesamt im Aufwind. Die Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd, von der sich der Konzern trennen will, steigerte ihr Ergebnis deutlich. Mit dem Abschluss des Bieterverfahrens sei frühestens im Herbst zu rechnen, teilte der Konzern am Donnerstag in Hannover mit. TUI will aber nicht um jeden Preis am Verkauf der Reederei festhalten. Finanzvorstand Rainer Feuerhake sagte in einer Telefonkonferenz, er könne nicht garantieren, dass die Schifffahrtstochter verkauft werde. TUI sehe im Verkauf der Sparte allerdings immer noch die beste Lösung. Einen Mindestpreis für Hapag-Lloyd wollte er nicht nennen. TUI hatte sich im März nach Druck von Großaktionären zum Verkauf der Schifffahrtssparte entschlossen. Inzwischen hat der Konzern den engeren Bieterkreis bestimmt. Dabei soll es sich nach Medienberichten um die Neptune Orient Lines aus Singapur sowie ein Konsortium aus Hamburger Unternehmern und Kaufleuten handeln. Zuletzt war spekuliert worden, ob TUI den Verkauf von Hapag-Lloyd abbläst, weil die Gebote deutlich unter dem angeblich angestrebten Preis von vier Milliarden Euro lägen. TUI teilte am Donnerstag mit, der Trennungsprozess verlaufe planmäßig und werde fortgesetzt. Wachstum in der Containerschifffahrt Bei der zum Verkauf stehenden Containerschifffahrt gab es deutliche Fortschritte. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 2,6 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro. Das Wachstum resultierte laut TUI bei leicht gestiegenen Mengen aus einem deutlich verbesserten Niveau bei den Frachtraten. Das operative Ergebnis sprang von 13 auf 89 Millionen Euro, bereinigt um Sondereffekte sogar von fünf auf 115 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet die TUI bei Hapag-Lloyd trotz des hohen Ölpreises eine deutliche Steigerung des Ertragsniveaus. Insgesamt aber verzeichnete der TUI-Konzern im zweiten Quartal bedingt durch Sonderbelastungen vor allem aus der strategischen Neuausrichtung des Flugbereichs TUIfly beim Konzernergebnis ein Minus von 125 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte es ein Plus von 71 Millionen Euro gegeben. Bereinigt um Sondereffekte legte das operative Ergebnis der Sparten aber deutlich zu - und zwar auf 216 Millionen Euro, nach 35 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der Konzernumsatz stieg im zweiten Quartal um 20 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro. (dpa/pi)
Fluggeschäft drückt TUI in rote Zahlen - Zuwachs bei Hapag-Lloyd
Fluggeschäft belastet TUI, unterm Strich schreibt der Tourismus- und Schiffahrtskonzern im zweiten Quartal 2008 rote Zahlen