Magdeburg. Für den Magdeburger Europa-Abgeordneten und versierten Verkehrspolitiker Ulrich Stockmann (SPD) geht eine Ära zu Ende: Nach 18 Jahren im Europäischen Parlament muss sich der 58-Jährige nun aus Brüssel und Straßburg verabschieden, sein Listenplatz 26 reichte nicht für eine Wiederwahl. „Ich brauche jetzt den Sommer, um meine Lebensplanung neu zu überdenken“, sagte heute der gelernte Ingenieur und Theologe. „Der Politik und dem Land Sachsen-Anhalt werde ich aber auf jeden Fall erhalten bleiben. Ich bin mit 58 noch nicht ruhestandswillig.“ Was genau er künftig machen will, steht für Stockmann noch nicht fest. Kann er sich 2011 eine Kandidatur für den Landtag vorstellen? Auch dies sei eine Überlegung wert, sagt er. Nun heißt es erst einmal Abschied nehmen aus der EU-Hauptstadt Brüssel und dem Parlamentssitz Straßburg, von liebgewonnenen Mitarbeitern und Kollegen, Ausschuss- und Plenumssitzungen, vom spannenden Alltag auf internationalem Parkett. „Die Enttäuschung ist groß“, räumt der Verkehrsexperte mit Blick auf das schlechte Wahlergebnis seiner Partei ein. „Ich hatte fest mit mindestens 25 Prozent gerechnet, die Umfragen vor der Wahl waren ja teils noch besser.“ Am Ende wurden es für die SPD bundesweit magere 20,8 Prozent - und für Stockmann, der seit 1994 EU-Abgeordneter war und im Parlament zuvor drei Jahre als Beobachter saß, beginnt ein neues Leben. (dpa)
EU-Wahlen: Stockmann sucht neue Betätigung
Der Magdeburger Europa-Abgeordneten und Verkehrspolitiker Ulrich Stockmann (SPD) muss Abschied von Brüssel nehmen