Rostock. Eisgang behindert zunehmend die Schifffahrt in Deutschland. Erneut wurden in der Nacht auf Freitag in ganz Deutschland Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt erreicht. In Hamburg wurden minus elf Grad gemessen. In Mecklenburg-Vorpommern fror der größte komplett in Deutschland liegende See - die Müritz - zu. Der strenge Frost führt mittlerweile zu Behinderungen im Zug- und Schifffahrtsverkehr. Die Binnenschifffahrt in Deutschland ist immer stärker von den Auswirkungen der Eisbildung auf Flüssen und Kanälen in den vergangenen Tagen betroffen. Eisbrecher sind nun auch an der Oder unterwegs. Die Elbe ist von Hamburg flussaufwärts für die Schifffahrt gesperrt. Die Lage in den Kanälen ist ähnlich. Viele Binnenschiffer bleiben derzeit freiwillig in den Häfen. Die Mittelelbe werde ab Freitag, 0.00 Uhr, von Hamburg flussaufwärts bis Dömitz gesperrt, sagte ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lauenburg. Dort sei der Fluss bereits bis zu 90 Prozent von Treibeis bedeckt. Bereits am Donnerstag wurde der Elbe-Lübeck-Kanal aufgrund zunehmender Vereisung bis auf Weiteres für die gesamte Schifffahrt gesperrt. Die gut 60 Kilometer lange Wasserstraße verbindet bei Lauenburg die Elbe mit der Trave bei Lübeck. Der Kanal ist normalerweise für Binnenschiffe bis 1.00 Tonnen Ladekapazität zugelassen. Eis behindert nach Angaben des Eisdienstes des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Rostock auch die Schifffahrt in den Häfen von Husum und Tönning. Die klirrende Kälte lässt allmählich auch das Mainwasser gefrieren. „Die Eisbildung fängt an“, sagte heute ein Sprecher der Frankfurter Wasserschutzpolizei. In der Schleuse Großkrotzenburg an der Landesgrenze zu Bayern habe sich eine drei Zentimeter dicke Eisschicht gebildet, vereinzelt seien Schollen auf dem Main zu sehen. Vorerst sei die Schifffahrt nicht beeinträchtigt, die Mainfähre in Seligenstadt habe aber den Betrieb wegen Eisgangs eingestellt. In Sachsen-Anhalt ist die Situation an der Elbe bereits gespannter. „Die Binnenschiffer legen nicht ab, denn sie wissen, dass wir sie aus dem Eis nicht herausholen können“, sagte der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamts Magdeburg, Friedrich Koop. Derzeit sei die Elbe bei Magdeburg zu 60 Prozent mit Treibeis bedeckt. Seine Behörde prüft, ob der Schiffsverkehr eingestellt werden muss. (dpa/sb)
Eis behindert Binnenschiffer
Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt sorgen in ganz Deutschland für vereiste Wasserstraßen