Bahnchef Mehdorn beharrt auf Börsengang mit Schienennetz

04.09.2006 00:00 Uhr

Diskussion um Bahnprivatisierung hält an: Steuerzahlerbund verlangt Trennung von Netz und Betrieb

Hamburg. Bahnchef Hartmut Mehdorn beharrt darauf, dass die Bahn mit Schienennetz an die Börse geht. „Für uns Bahner ist klar: Netz und Betrieb gehören zusammen“, schrieb Mehdorn in einem Gastbeitrag für die Wochenzeitung „Bild am Sonntag“. Es wäre falsch, Schienen und Züge zu trennen. Darin seien sich Management und Gewerkschaften einig. Großbritannien habe damit miserable Erfahrungen gemacht. Großereignisse wie die Fußball-Weltmeisterschaft oder der Papstbesuch könne nur eine integrierte Bahn stemmen. Natürlich müsse bei der Bahn vieles noch besser werden, aber die Richtung stimme. Nie zuvor seien so viele Menschen mit der Bahn gefahren. „Statt Milliarden-Verlusten zu Lasten der Steuerzahler machen wir heute sogar Gewinn“, stellt Mehdorn fest. Nach jahrelanger Debatte sei es Zeit für eine Entscheidung. Die Politik sei nun am Zug. 2007 nehme der Wettbewerb in Europa weiter zu. „Da wollen wir als Nummer eins neue Märkte erobern und uns nicht mit uns selber beschäftigen.“ Der Bund der Steuerzahler verlangt dagegen, Netz und Betrieb strikt zu trennen. „Die Trennung von Netz und Betrieb brächte kurzfristig die höchsten Privatisierungserlöse für den Bundeshaushalt“, sagte der Verbandspräsident Karl Heinz Däke der Zeitung „Tagesspiegel am Sonntag“. Das Schienennetz müsse vollständig in der Hand des Bundes bleiben. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Bahn sollten zum Abbau der Bundesschulden genutzt werden. (dpa/sb)

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