Bern. Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband Astag hat an einer Medienkonferenz in Bern „Maßnahmen gegen den drohenden Kahlschlag“ im Schweizer Transportgewerbe gefordert. Nach einem geradezu dramatischen Auftragsrückgang im internationalen Straßentransport um bis zu 60 Prozent stehen zahlreiche Schweizer Unternehmen mit dem Rücken zur Wand. „Umsatz und Ertrag sinken – und die Konkursfälle nehmen laufend zu“, musste Adrian Amstutz, Zentralpräsident der Astag, feststellen. Zudem „nimmt die Politik unser Gewerbe dermaßen in den fiskalischen Würgegriff, dass kaum noch Luft zum unternehmerischen Atmen bleibt!“ Wenn sich die Krise nun auch im Nahverkehr bemerkbar mache, „dann droht der Schweiz ein Kahlschlag im Schweizer Binnenverkehr“, ist Amstutz überzeugt. Rund 40 Prozent aller Astag-Mitglieder sind im Nahverkehr tätig, wobei es sich beim größten Teil um kleine oder kleinste Firmen handelt. „Und diese haben wegen fehlender finanzieller Reserven und kleinem Personalbestand kaum eine Möglichkeit zu reagieren.“ Somit sei zu befürchten, dass der Strukturwandel über das gesunde Maß hinausgehe und es zu einer eigentlichen Zerstörung eines funktionierenden Transportsystems komme, was unter allen Umständen zu verhindern sei. „Rund 90 Prozent des Binnenverkehrs dient nämlich der täglichen Ver- und Entsorgung unseres Landes, und wenn diese ausfällt, dann kann dies zu einer eigentlichen Katastrophe führen.“ Aus diesem Grund fordert die Astag mit eher ungewöhnlicher Schärfe in einem Brief an die Schweizer Regierung, den Gesamtbundesrat, „massive und vor allem rasche Erleichterungen im fiskalischen und administrativen Bereich“. Ein konkreter Maßnahmenkatalog zeigt den Weg auf, der nach Ansicht der Astag beschritten werden muss, „damit ein allfälliger Wirtschaftsaufschwung nicht an fehlenden Transportstrukturen scheitern kann.“ (hrk)
Astag: Viele Schweizer Transporteure stehen vor dem Aus
Verband fordert die Politik zum Handeln auf: Binnenverkehr in Existenz bedroht