300-Millionen-Sofortprogramm für Schienenverkehr zu den Seehäfen

24.10.2008 16:57 Uhr
Kombiverkehr Hafen Schiene
Für den Seehafen-Hinterlandverkehr soll eine größere Verlagerung von der Straße auf die Schiene stattfinden

Bund und Deutsche Bahn begannen erstes Teilprojekt im Duisburger Hafen

Duisburg/Berlin. Zur Beseitigung von Engpässen der Schienenwege zu den Häfen starten Bund und Deutsche Bahn ein rund 300 Millionen Euro umfassendes Sofortprogramm. Der Bund gebe dazu 255 Millionen Euro, die Bahn zusätzliche Eigenmittel in Höhe von 50 Million Euro, teilte der Parlamentarische Staatssekretär, Achim Großmann (SPD), am Freitag beim Start des ersten Teilprojekts im Duisburger Hafen mit. Mit dem Programm für den Seehafen-Hinterlandverkehr sollen zugleich Bahnstrecken modernisiert und die Kapazitäten für den anwachsenden Güterverkehr durch eine größere Verlagerung von der Straße auf die Schiene erhöht werden. Das entlaste die Straßen, schone Umwelt und Klima und sichert die Lebensqualität der Menschen. Das jetzt in Duisburg begonnene Projekt „Westliche Ruhr“ ist nach Aussage Großmanns mit knapp 60 Millionen Euro Investitionen das umfangreichste Teilprojekt des Sofortprogramms. Am Bahnhof Duisburg- Ruhrort Hafen werden unter anderem die Rangiergleise neu gebaut und die Einfahrgleise leicht verlegt. Die Bauphase soll Ende 2011 abgeschlossen sein. „Für den Exportweltmeister Deutschland sind leistungsfähige Schienenwege zu den Seehäfen von großer Bedeutung“, erklärte Großmann. Unter Hochdruck würden 24 konkrete Vorhaben angepackt, um die Verbindungen zu den Häfen auszubauen. „Dabei berücksichtigen wir nicht nur die wachsenden Gütermengen, die aus Hamburg, Bremen, dem neuen Jade-Weserport in Wilhelmshaven und anderen deutschen Häfen Richtung Süden transportiert werden. Wir haben auch den Schienenverkehr aus den belgischen und niederländischen Häfen im Blick.“ Die Hafenanbindungen sind Teil des von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) vor Monaten vorgelegten „Masterplans“ für eine verkehrspolitische Neukonzeption vor allem zur Bewältigung der rasant steigenden Gütertransportmengen. (dpa)

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