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Studie belegt: Neue Schwefelgrenzwerte schaden dem Seetransport

Der Kampf gegen Abgase der Ostseefähren sorgt für höhere Kosten
© Foto: Arndt

Deutsche Seehafenverbände warnen vor erneutem Herabsetzen des Schwefelgrenzwertes: Massive Verkehrsverlagerung auf die Straße droht


Datum:
15.11.2010
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Bremen. Strengere Schwefel-Grenzwerte für Schiffstreibstoff in der Ostsee fördern die Verlagerung von Gütern auf die Straße. Die ist das Ergebnis einer Studie des Bremer Instituts für Seeverkehr und Logistik (ISL) im Auftrag des Verbands Deutscher Reeder (VDR) und des Zentralverband der Deutschen Seehafenbetriebe (ZDS). Die beiden Seehafenverbände fordern deshalb vom Bund Hilfe im Kampf gegen strengere Schwefelgrenzwerte in der Ostsee.

Ab 2015 darf der Grenzwert von Schwefel in Brennstoffen für Schiffe nicht mehr als 0,1 Prozent betragen. Davon werden alle Verkehre auf Nord- und Ostsee, ebenso der innereuropäische Kurzstreckenseeverkehr, betroffen sein. Aus der Studie des ISL ging jetzt hervor das durch Verwenden des schwefelreduzierten Brennstoffes Zusatzkosten von mehr als 400 Euro pro Tonne entstehen würden. Im Vergleich zum jetzigen Brennstoff, der die zehnfache Menge an Schadstoff enthalten darf, führe dies insbesondere in der Fährschifffahrt zu Verlusten. Hauptgrund hierfür sei das problemlose Verladen der schon auf LKW befindlichen Fracht auf die Straße.

Auch Containerverkehre sollen betroffen sein: Die Wissenschaftler erwarteten eine Verlagerung von rund 630.000 Containern vom Schiff auf den LKW. Zudem sollen Fähren nach Finnland 27 Prozent des Verkehrsaufkommens verlieren, Fähren ins Baltikum sogar 46 Prozent. Insgesamt erwarteten die Gutachter 604.000 zusätzliche LKW auf deutschen Straßen.

Der VDR und der ZDS forderten die Bundesregierung nun auf, in den Gremien der International Maritime Organisation (IMO) für Wettbewerbsgleichheit mit dem Straßengüterverkehr zu sorgen. Zudem erwarteten sie, das der Bund in Zusammenarbeit mit Verbänden und anderen Wirtschaftspartnern, bis Mitte 2011 einen Maßnahmenkatalog erarbeite, wie auf die „negativen verkehrlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Folgen" des Schwefel-Grenzwertes reagiert werden könne. (cbr) 

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