Hamburg hofft auf mehr Umschlag

16.11.2009 14:52 Uhr
Claudia Roller Jens Meier Hafen Hamburg
Präsentieren schlechte Zahlen für den Hafen Hamburg: Claudia Roller, Vorstand der Hafen Hamburg Marketing (HHM), und HPA-Geschäftsführer Jens Meier hoffen auf bessere Zeiten
© Foto: Eckhard-Herbert Arndt

Beim Seegüterumschlag deutet sich in Hamburg eine Trendwende zum Guten an / Dennoch keine Aussage für Umschlagentwicklung für 2009

Hamburg. Beim Seegüterumschlag deutet sich in Hamburg eine Trendwende zum Guten an. „Mit Beginn des dritten Quartals verspüren wir eine leichte Aufwärtsbewegung beim Umschlag“, berichtete Claudia Roller, Vorstand der Hafen Hamburg Marketing (HHM), heute in der Hansestadt bei der Vorlage der Umschlagzahlen für den Zeitraum Januar bis September. Mit 82,8 Millionen Tonnen liegen sie um 22,9 Prozent oder rund 24,6 Millionen Tonnen unter dem Vorjahresvergleichszeitraum. Eine Aussage über die voraussichtlich Umschlagentwicklung für das Gesamtjahr lehnte Roller mit dem Hinweis „auf viele Unwägbarkeiten“ jedoch ab. Für 2010 habe der Hafen Chancen auf ein Mengen, wenn sich die erkennbare Erholung der Weltwirtschaft in den kommenden Monaten fortsetze. Die Gütermengenentwicklung des aktuellen Neunmonatszeitraums weist nicht für alle Segmente gleich hohe Verluste auf. Besonders getroffen wurde in diesem Zeitraum der Stückgutumschlag, zu dem neben der konventionellen Ladung auch die containersierte Ladung gehört. Mit gut 55,4 Millionen Tonnen liegt er um 27,5 Prozent unter dem Vorjahresstand. Der Containerumschlag, das Brot- und Buttergeschäft des Elbe-Hafens darstellend, brachte es im Berichtszeitraum auf 53,6 Millionen Tonnen, was einem Rückgang von 27,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auf Standardcontainer-Basis wurden 5,3 Millionen Standardeinheiten (TEU) abgefertigt, 29,3 Prozent weniger als in den ersten neun Monaten 2008. Als besonders schmerzhaft wird von der Hamburger Hafenwirtschaft der Einbruch im Fernostgeschäft empfunden, auf den aktuell rund 3,1 Millionen TEU entfielen – fast 25,5 Prozent oder eine Million TEU weniger als ein Jahr zuvor. Auch der tiefe Einschnitt im Feeder-Verkehr macht dem Hafen weiter zu schaffen. Mit 1,5 Millionen TEU bleibt das Ergebnis um gut 38 hinter dem Vorjahr zurück. Roller: „Was uns in dieser Situation trotzdem freut, ist, dass wir in dieser Situation keine Feeder-Dienste verloren haben, sondern im Gegenteil noch welche dazu bekommen haben. Aktuell bedienen 46 Feeder-Dienste den Hamburger Hafen.“ Verhaltener fiel der Ladungsmengenumschlag bei den wertschöpfungsarmen Massengütern wie Getreide, Kohlen und Erze sowie Flüssigladung aus. Insgesamt kam der Bulk-Umschlag auf 27,3 Millionen Tonnen (minus 11,5 Prozent). Unter Druck standen im aktuellen Berichtszeitraum auch die Eisenbahn-gestützten Hinterland-Netzwerke. 1,2 Millionen TEU wurden über die verschiedenen Bahn-Verkehre abgewíckelt, gut 19 Prozent weniger als vor einem Jahr. Roller berichtete von deutlichen Einbrüchen im Verkehr von und nach Ungarn, weil das Land sehr massiv unter den Folgen der Weltwirtschaftskrise zu leiden hat. Rückgänge gab es auch im Verkehr mit Polen, das die neu errichteten Umschlagkapazitäten in seinen Ostseehäfen – zum Beispiel in Danzig – bei der Abwicklung Im- und Exportverkehre verstärkt berücksichtigen wolle. Immerhin: „Ich freue mich, dass in diesem schwieriger gewordenen Umfeld keine gravierendere Ausdünnung des Zugangebotes von und nach Hamburg gegeben hat.“ (eha)

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