Berlin. Die Gewerkschaft Transnet stellt sich gegen einen baldigen Börsengang der Deutschen Bahn. Vor jeglicher Entscheidung müsse der Bund als Bahn-Eigentümer ein "politisches Gesamtkonzept für die Schiene" vorlegen, beschloss der Transnet-Gewerkschaftstag am Donnerstag mit großer Mehrheit in Berlin. Das Konzept, in dem es um Wettbewerb ohne Lohndumping, höhere Investitionen in die Schiene und die Rolle der Deutschen Bahn im Markt gehen müsse, solle zunächst breit diskutiert werden. Dann solle der Gewerkschafts-Beirat einen Beschluss fassen. Bis dahin seien die Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsräten der Bahn und ihrer Börsentochter DB Mobility Logistics aufgefordert, "einer jeglichen Teilprivatisierung" nicht zuzustimmen. Der ursprünglich für den 27. Oktober geplante Börsengang ist wegen der Finanzmarktkrise auf unbestimmte Zeit verschoben worden. An der bisherigen Position von Transnet, den Börsenkurs des Bahn-Vorstands im Prinzip mitzutragen, war gewerkschaftsintern heftige Kritik laut geworden. (dpa)
Gewerkschaft Transnet will Bahn-Börsengang vorerst nicht zustimmen
Forderung: Bund als Bahn-Eigentümer muss vor jeglicher Entscheidung ein "politisches Gesamtkonzept für die Schiene" vorlegen