Bocholt/Wiesbaden. Die stillgelegte deutsche Fluglinie Blue Wings soll nach Angaben ihres russischen Großaktionärs Alexander Lebedew in Kürze wieder fliegen. Er habe in Übereinkunft mit dem Luftfahrtbundesamt (LBA) zehn Millionen Euro als Sicherheit hinterlegt, sagte Lebedew am Freitag in Schlangenbad bei Wiesbaden. Er rechne damit, dass die Behörde der fünftgrößten Fluglinie Deutschlands nach über einem Monat Zwangspause am Montag wieder die Lizenz erteile. Blue Wings mit Sitz in Bocholt fliegt mit zehn Maschinen vom Typ Airbus A320 von Düsseldorf aus Städte in Russland und Charterziele im Mittelmeerraum an. 2008 beförderte die Gesellschaft nach Lebedews Angaben 1,2 Millionen Passagiere. Das LBA hatte Blue Wings Ende März die Flugerlaubnis entzogen wegen „fehlender Nachweise über die gesetzlich geforderte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit“. Der Moskauer Oligarch Lebedew besitzt 48 Prozent der Fluglinie. Er stritt sich in den vergangenen Wochen mit dem LBA und warf ihm vor, es wolle ihn im Interesse der Lufthansa von den lukrativen Routen nach Russland verdrängen. „Das ist mein Verdacht“, sagte er auch in Schlangenbad. Blue Wings habe alle EU-Auflagen eingehalten. Zugleich räumte er ein, dass auch dem Management Fehler bei der Lizenzverlängerung unterlaufen sein könnten. „Ich habe mich entschlossen, die Gesellschaft zu retten“, sagte Lebedew, der zuvor eine Insolvenz von Blue Wings nicht ausgeschlossen hatte. Die Firma hat knapp 500 Mitarbeiter. Er wolle weiter Russlands größte Fluglinie Aeroflot als Teilhaber ins Boot holen, um gegenüber den deutschen Behörden nicht alleine dazustehen, sagte Lebedew. Dazu biete er seine Blue-Wings-Anteile für den symbolischen Preis von einem Euro an. Bei Aeroflot ist Lebedew nach dem Staat zweitgrößter Anteilseigener. (dpa)
Blue Wings soll wieder fliegen
Deutsche Fluglinie soll nach einmonatiger Zwangspause wieder die Lizenz erhalten