26.06.2009 | Transport + Logistik

Zoff um den neuen VDA-Standard für Großladungsträger

Schoeller Arca Systems, Hersteller von Behältern für die Automobilindustrie, wird den neuen VDA-Standard für Großladungsträger (GLT) nicht unterstützen. Obwohl das Unternehmen in dem Team mitgearbeitet habe, das die Empfehlung (VDA 4520)entwickelte, sei man zu der Überzeugung gelangt, „dass der finale Vorschlag für den Standard nicht die beste Lösung für die Industrie darstellt“, teilte Schoeller Arca Systems kürzlich mit.

Das Ziel von Schoeller Arca Systems während der Entwicklungsarbeit sei es gewesen, „dass ein relativ weit gefasster Standard vorgeschlagen wird, welcher die Abmessungen, Maße für die Kompatibilität und Details wie die Öffnungen für die Entnahmeklappen und die Positionen der Etikettenhalter definiert. Dies sollte den Kunden garantieren, dass die Behälter von allen potenziellen Lieferanten miteinander kompatibel sind und auf die gleiche Art und Weise verwendet werden können.“

Im Laufe des Prozesses habe sich der Verband der Automobilindustrie (VDA) jedoch dazu entschieden, einen sehr eng gefassten Vorschlag, der auf dem Design eines potenziellen Anbieters basiert, zu favorisieren. Nach Ansicht von Schoeller Arca Systems entspricht die vorgeschlagene Konstruktion nicht den heutigen Anforderungen an Großladungsträger. Der vorgeschlagene Standard erfordere Behälter mit einem einwandigen Design, wobei eine Rippenstruktur und Stahlelemente zur Verstärkung benötigt würden. Schoeller Arca Systems ist davon überzeugt, dass die Behälter dadurch unnötig schwerer gemacht werden und sich dies negativ auf die CO2-Emissionen sowie die Transportkosten auswirkt. Unter anderem kritisiert der Behälter-Hersteller auch, dass das Design des Bodens (mit vier Füßen), die Einsatzmöglichkeiten beschränke, da keine Kufen vorgesehen seien.

„Unser neuer Großladungsträger wird kompatibel sein, aber dem VDA-Standard nicht eins zu eins entsprechen“

Schoeller Arca Systems steht nach eigenen Angaben vor dem Abschluss der Entwicklung von neuen Großladungsträgern außerhalb des neuen VDA-Standards, der das Supply Chain Management in der Automobilindustrie, wie das Unternehmen ankündigt, „revolutionieren“ wird. „Unser neuer Großladungsträger wird kompatibel sein, aber dem VDA-Standard nicht eins zu eins entsprechen“, erklärte Hans-Joachim Wiedmann, Geschäftsführer Central Europe West, kürzlich gegenüber dem Fach- und Wirtschaftsmagazin LOGISTIK inside. ”Der neue Großladungsträger von Schoeller Arca Systems wird unseren Kunden Kostenvorteile gegenüber dem VDA-Standard bieten. Zum Beispiel wird der neue Großladungsträger mit einem Gewicht von unter 50 Kilogramm so leicht sein wie bisher kein GLT in den Maßen 1000 mal 1200 Millimeter, da wir auf den Einsatz von Stahl komplett verzichten und nur Kunststoff verwenden. Zum Vergleich: Der vorgeschlagene VDA-Standard-GLT, der Stahlelemente vorsieht, wiegt circa 60 Kilogramm.” Schoeller Arca System nimmt die Entwicklungsarbeit gerade in Kooperation mit der Automobilindustrie vor. Das Unternehmen beabsichtigt das neue Produkt bis Ende 2009 vorzustellen. (pi)

 
Anzeige
 

Weitere Informationen

Kommentar verfassen

Regelmäßig werden online verfasste Kommentare in der VerkehrsRundschau veröffentlicht. Um sich für eine Veröffentlichung zu qualifizieren, geben Sie bitte Ihren vollen Namen und unter dem Kommentar Ihren Wohnort an. Herzlichen Dank!

 

26.06.2009Artikelinformationen

Social Networking
Bildnachweis
(Foto: Schoeller Arca Systems)

VerkehrsRundschau mobil

Gefahr/gut-Umfragegewinnspiel

Nehmen Sie jetzt an unserer kurzen Umfrage zur IMO Erklärung teil.

Sichern Sie sich einen von drei BestChoice-Einkaufsgutscheinen im Wert von 50,-€, einlösbar bei 200 Partnern in über 25.000 Filialen.

[Jetzt teilnehmen]

Beliebteste Meldungen

Beliebteste Galerien

Nachwuchsinitiative

Hallo Zukunft!

VerkehrsRundschau, Trucker und Gefahr/gut vermitteln zwischen Schülern, Lehrern und Unternehmen für eine Zukunft in der Logistik [Mehr Infos über Ausbildung in der Logistik]

Neueste Kommentare unserer Leser

  • 15.05.2012 | Recht + Geld
    Neues Gesetz soll Zahlungsverzug verhindern
    Michael Brestrich meint: Das ist wahrscheinlich das beste Gesetzesvorhaben, das wir der EU zu verdanken haben. Wie oft hat...[mehr…]
  • 15.05.2012 | Transport + Logistik
    Speditionsmitarbeiter bekommen sechs Prozent mehr Geld
    BaWü Truck meint: "Speditionsmitarbeiter bekommen sechs Prozent mehr Geld": Märchenstunde im Transportgewerbe[mehr…]
  • 15.05.2012 | Recht + Geld
    Neues Gesetz soll Zahlungsverzug verhindern
    truckerfriend meint: Das ist eine gute Sache, würde mich freuen wenn sich die BAG auch daran hält und die Auszahlungen...[mehr…]
  • 14.05.2012 | Transport + Logistik
    Ramsauer und Mehdorn attackieren Berliner Flughafenbetreiber
    Laie meint: Mehdorn? Ist das der Herr, der die Sicherheit abschaffte und die Berliner S-Bahn absichtlich in den...[mehr…]
  • 14.05.2012 | Transport + Logistik
    Speditionsmitarbeiter bekommen sechs Prozent mehr Geld
    BaWü Truck meint: Laut Gewerkschaft: 6 Prozent mehr Lohn im Transportgewerbe in Baden-Württemberg. Wer glaubt denn so...[mehr…]

Twitter: vr_online

Der Twitter-Kanal der VerkehrsRundschau

vr_online auf Twitter abonnieren und unsere Redakteure halten Sie auf dem Laufenden - blitzschnell und kostenlos!
[Follow us!]

Fahrverbotskalender

Europäische Fahrverbote im Überblick

Unser Fahrverbotskalender gibt einen Überblick über die LKW-Fahrverbote in mehr als 25 europäischen Ländern. Der Kalender erscheint quartalsweise als Zugabe zur Printausgabe, er kann aber auch gesondert bezogen werden. Bestellen können Sie den Kalender außerhalb des Abos zum Preis von 9,80 Euro zzgl. Versand und Mehrwertsteuer unter 089/20 30 43 11 00 (Fax -2100) oder per Mail: vertriebsservice@springer.com.