Kiel. Mit einem Umschlagrückgang von fünf Prozent auf 2,36 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr wird der Seehafen Kiel konfrontiert. Einen „überproportionalen“ Mengenverlust habe es beim Stückgutumschlag gegeben, teilte Dirk Claus, Geschäftsführer des Seehafen Kiel, am Mittwoch mit. „Dieser Bereich wurde vergleichsweise stark von der Wirtschaftskrise getroffen“, ergänzte er. Mit Beginn des zweiten Quartals hätten sich die Umschlagergebnisse allerdings wieder stabilisiert. Angesichts des weiterhin schwierigen Marktumfeldes könne der Kieler Hafen aber„mit dem Umschlagergebnis zufrieden sein“. Ein wichtiger Impulsgeber für die Stückgutverkehre ist laut Claus auch der seit dem 12. Mai erfolgende Einsatz der neuen Ro/Pax-Fähre „Lisco Maxima“. Das in Italien gebaute Schiff (2500 Lademeter) fährt im Rahmen des Kiel-Klaipeda-Express gemeinsam mit der Fähre Lisco Gloria. Zufrieden ist der Hafenchef auch mit der Entwicklung bei Massengütern wie Getreide/Futtermittel sowie Brennstoffen. Das im März diesen Jahres in Kiel neu gestartete Containergeschäft gibt, nach einem nicht ganz einfach Auftakt, trotzdem Anlass zur Zuversicht, sagt Claus. Mit dem Containerdienst wird der lettische Hafen Riga bedient. Die Ladungsgrundlage für den neuen Service bildet sogenanntes „Ferroalloy“, ein hochwertiger Zuschlagsstoff für die westeuropäische und skandinavische Stahlindustrie. Der Rohstoff wird in Kasachstan in 20-Fuß-Container verladen und als Ganzzug nach Riga transportiert. Dort erfolgt die Weiterverladung auf das Seeschiff. In Kiel werden die Container bei der Firma Baltic Terminal Kiel International (BTKI) im Ostuferhafen umgeschlagen. (eha)
Weniger Güter im Seehafen Kiel
Nach einem Umschlagrückgang von fünf Prozent im ersten Halbjahr hofft der Hafenbetreiber auf leichte Besserung