Weltwirtschaftskrise trifft Logistik-Unternehmen

18.02.2009 17:59 Uhr
Logistikinitiative Hamburg
Peer Witten, Senator Axel Gedaschko und Gernot Lobenberg (v.l.) (Bild: Arndt)
© Foto: Arndt

Umfrage der Logistik-Initiative Hamburg: Die Hälfte der Unternehmen rechnen mit schlechter Geschäftslage

Hamburg. Die weltweite Wirtschaftskrise trifft immer stärker auch die Hamburger Logistik-Unternehmen. Nach einer Umfrage der Logistik-Initiative Hamburg vom Januar 2009 beurteilten fast die Hälfte der Hamburger Logistik-Unternehmen (44 Prozent) die Geschäftslage 2009 schlechter als im Vorjahr. „Die Einbrüche im Hamburger Hafen sind da, die werden auch noch weiter voranschreiten, da werden wir uns nicht vom Welttrend abkoppeln können“, sagte heute Wirtschaftssenator Axel Gedaschko (CDU). Das werde jedoch vorübergehen. „Wir alle hoffen, dass diese temporäre Situation so kurz wie möglich sein wird. Daran arbeiten wir.“ Trotz der Krise zeigten sich die mehr als 400 Unternehmen der Logistik-Initiative Hamburg optimistischer als der Bundesdurchschnitt. Dort rechnen 73 Prozent mit einer schlechteren wirtschaftlichen Lage. Auch die Beschäftigungsentwicklung schätzten die Hamburger positiver ein: So rechnen 32 Prozent der Unternehmen mit mehr Arbeitsplätzen, während bundesweit davon nur 5 Prozent der Unternehmen ausgehen. Im Jahr 2008 wurden in Hamburg 2100 neue Jobs im Logistikbereich geschaffen. Das sind 400 weniger im Vergleich zum Vorjahr, aber 600 mehr im Vergleich zu 2006. „Aufgrund der aktuellen Entwicklung können wir für das laufende Jahr keine Zahlen nennen“, sagte Gernot Lobenberg Leiter Cluster-Management der Logistik-Initiative. Insgesamt arbeiten in der Metropolregion Hamburg rund 240.000 Menschen in der Logistikbranche. Das Containergeschäft im Hamburger Hafen sei im Dezember und Januar um 20 bis 25 Prozent zurückgegangen, sagte Peer Witten, Sprecher der Logistik-Initiative. „Ich hoffe nicht, dass es zu einem Beschäftigungseinbruch kommen wird. Aber es wird sicherlich Flexibilität von den Mitarbeitern gefordert, inklusive Kurzarbeit. Das wird sich nicht vermeiden lassen.“ Gedaschko verwies darauf, dass der Hamburger Senat in den kommenden vier Jahren mit 250 Millionen Euro pro Jahr doppelt so viel Geld wie geplant in den Hamburger Hafen investieren werde. „Es wird so viel für den Hafen getan wie noch niemals in der Geschichte Hamburgs zuvor“, meinte der Senator. (dpa)

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