Hamburg. Der Hafen-, Logistik- und Wirtschaftsstandort Hamburg wurde härter von der Weltwirtschaftskrise getroffen als zunächst absehbar. Das zeigt sich im Besonderen an der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, berichtet Rolf Steil, Chef der Agentur für Arbeit in Hamburg in einem Interview mit dem „Hamburger Abendblatt“. Danach wurde 2009 im sehr starken Umfang im Logistikbereich entlassen. Rund 77.000 Beschäftigungslose gab es Ende 2009 in Hamburg insgesamt; die Arbeitslosenquote stieg von 8,0 Prozent zu Jahresbeginn auf 8,4 Prozent bis Ende 2009. Für das laufende Jahr erwartet Steil noch einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschlands zweitgrößter Stadt auf bis zu 90.000 bis Ende des Jahres. Steil wörtlich: „Hamburg wird die schwache Konjunktur stärker spüren als das gesamte Bundesgebiet, weil die Stadt stärker mit der Weltkonjunktur verbunden ist. Vor allem die Logistik, der Transport über Land, Luft und See, wird sich nicht so rasch erholen.“ Enttäuscht zeigte sich Steil darüber, dass nur wenige Firmen von der Möglichkeit Gebrauch machen, in Kurzarbeit stehende Mitarbeiter weiter zu qualifizieren. Gerade einmal 1000 Beschäftigte würden derzeit im Rahmen der Kurzarbeit weitergebildet. Als Einzelunternehmen rage dabei das Hafen und Logistik- Unternehmen HHLA heraus, bei der sich 300 Mitarbeiter in einer Weiterqualifizierungsmaßnahme befinden. (eha)
Weltwirtschaftskrise trifft Hamburg hart
Hafen- und Logistikstandort Hamburg als Arbeitsmarkt überdurchschnittlich betroffen: Transportsparte entließ 2009 im starken Umfang