11.05.2010 | Transport + Logistik

US-Justiz ermittelt gegen Panalpina, EGL und KBR

USA. Die US-Justizbehörde Department of Justice (DOJ) hat Ermittlungen gegen die beiden Speditionen Panalpina und EGL sowie die texanische Firma Kellogg Brown & Root (KBR) wegen des Verdachts auf Bestechung und fortgesetzter Korruption eingeleitet. Auslöser waren die Aussagen zweier führender Logistikmanager, die sich der DOJ anvertrauten und dabei offenbar eindeutige Belege vorweisen konnten.

Bei den jetzt bekannt gewordenen Anschuldigungen geht es dem Vernehmen nach sowohl um überhöhte Preise, die für logistische Dienstleistungen bei der Material- und Lebensmittelversorgung der US-Truppen im Nahen Osten in Rechnung gestellt wurden als auch um Vorteilsnahme bei Aufträgen durch "Gefälligkeiten". Dazu zählen etwa Einladungen an leitende KBR-Vertriebsmanager zu wichtigen Sportveranstalten, Golfturnieren oder anderen Events in den USA. Diese so genannten "Kickbacks", also verdeckte Provisionsleistungen für erhaltene oder bevorstehende Aufträge, werden von der DOJ als direkte oder indirekte Schmiergeldzahlungen gewertet (Anti-Kickback Act) und gelten daher als Korruption. Für Vertragsunternehmen der US-Behörden ist es strikt untersagt, Kickback-Prämien zu offerieren oder anzunehmen.

Massive Probleme für Panalpina möglich

Speziell für Panalpina könnten die jetzt von einem texanischen Gericht eingeleiteten Untersuchungen massive Probleme verursachen, sollten sich die Vorwürfe der Korruption und Preisüberhöhung bewahrheiten. So war der Schweizer Logistiker von der US-Justiz wegen Bestechungspraktiken in Nigeria bereits belangt worden. In der Folge führte dies zum kompletten Rückzug Panalpinas aus dem westafrikanischen Land.

US-Spediteur EGL, der zusammen mit TNT 2007 zu CEVA verschmolzen wurde, musste wegen vergleichbarer Delikte bereits mehrfach hohe Strafzahlungen in den USA leisten.

Der in Houston, Texas, ansässige Konzern Kellogg Brown & Root ist einer der großen Auftragnehmer des US-Verteidigungsministeriums und zuständig für eine Vielzahl von Versorgungsleistungen. Auch KBR war in der Vergangenheit wegen überteuerter Risikoversicherungen für Luftfrachtsendungen an die amerikanischen Verbände im Irak bereits im Visier der US-Justiz. (hs)

 
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(Foto: Panalpina)

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