United Airlines & US Airways: Continental funkt bei Fusion dazwischen

16.04.2010 10:00 Uhr
Continental Airlines
Continental Airlines funkt bei der geplanten Fusion von United Airlines und US Airways dazwischen
© Foto: Continental Airlines

Continental Airlines nimmt eigene Verhandlungen mit United Airlines-Mutter UAL auf / Aktien legen kräftig zu

New York. Die angedachte Fusion zwischen US Airways und United Airlines ist noch lange nicht in trockenen Tüchern. Der Rivale Continental Airlines hat sich eingemischt und eigene Verhandlungen mit der United-Airlines-Mutter UAL aufgenommen. Die Gespräche, über die am Donnerstag und Freitag mehrere US-Medien berichteten, befinden sich aber noch in einem frühen Stadium und können leicht scheitern. In der krisengeplagten Branche herrschen Sparzwänge und ein starker Konsolidierungsdruck. Zuletzt hatte Continental 2008 mit der United Airlines über einen Zusammenschluss verhandelt, allerdings ohne Erfolg. Vor einigen Tagen waren dann US Airways und United Airlines auf Tuchfühlung gegangen. Schon kurz danach tauchten Spekulationen auf, Continental könnte eingreifen. Ein Branchenexperte vermutet einen geschickten Schachzug von United: Die Fluggesellschaft habe lange am Traualtar stehen müssen und sei des Wartens auf Continental müde geworden, meinte Mo Garfinkle der „New York Times“. „Vielleicht kann United durch den Flirt mit einem anderen Mädchen die Aufmerksamkeit von Continental zurückgewinnen.“ Die „Financial Times“ schrieb, Continental sei von den Fusionsgesprächen der Wettbewerber überrascht worden. Die Aktien von Continental und UAL legten kräftig zu. Zusammen würden die beiden Unternehmen die größte Fluggesellschaft der Welt werden. Die beiden Gesellschaften sind - genauso wie US Airways - bereits über das Luftfahrtbündnis Star Alliance miteinander verbandelt. Diesem gehört auch die Lufthansa an. Die Gesellschaften stimmen ihre Flugpläne aufeinander ab und tauschen Buchungen untereinander aus, um die Maschinen voll zu bekommen. Die Fluggesellschaften versuchen derzeit alles, um Geld zu sparen. In der Wirtschaftskrise waren die Fluggäste ausgeblieben, nun lasten die steigenden Treibstoffpreise auf den Gesellschaften. Sowohl US Airways als auch United Airlines schrieben zuletzt Verluste, Continental flog als eine der wenigen amerikanischen Gesellschaften mit Gewinn. Die Hürden für Zusammenschlüsse sind allerdings hoch, weshalb in der Vergangenheit viele Versuche scheiterten: Die Gewerkschaften können querschießen, Streckennetze, Drehkreuze und Flotten müssen passen und letztlich bedarf es des Segens der Wettbewerbshüter. Zuletzt hatten sich Delta Air Lines und Northwest Airlines Ende 2008 zur weltweiten Nummer eins nach Passagierzahlen vereint. (dpa)

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