10.09.2009 | Transport + Logistik

Transportbranche kämpft um Kredite

München. Um eine Kreditklemme zu verhindern, stellt die KfW-Bankengruppe in Kürze den Banken Globaldarlehen in Höhe von insgesamt zehn Milliarden Euro zur Verfügung. Diese Globaldarlehen müssen die Hausbanken dann zur Vergabe von Krediten an Unternehmen verwenden. Das dies die Kreditvergabe indes in der Transport- und Logistikbranche vereinfachen wird, bezweifelt Karlheinz Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL): „Die Ausstattung der KfW-Bank mit neuen Milliardenbeträgen, die eine Kreditklemme vermeiden soll, ist nur ein wahlbedingtes aufflackern“, fürchtet Schmidt. Der BGL-Chef glaubt nicht, „dass sich für das Gewerbe irgendwo noch eine Finanzierungstür öffnen wird“.

„Es ist deutlich schwieriger geworden, sich mit Fremdmitteln einzudecken“, bestätigt auch Heiner Rogge, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Speditions- und Logistikverbandes (DSLV) gegenüber der VerkehrsRundschau. Seiner Meinung nach verfolgen die Banken eine deutlich kritischere Vergabepolitik. „Die Konditionen haben sich verschlechtert. Wenn es einen Kredit gibt, dann nur gegen höhere Aufschläge“, so Rogge.

Entspannter ist die Lage bei den kleineren Transporteuren. „Von einer Kreditklemme kann keine Rede sein“, erklärt Dagmar Wäscher, Vorstandsvorsitzende des Bundesverband der Transportunternehmen (BVT). Die Kreditvergabe sei bei den „Kleinen“, die seit Jahren mit ihren Hausbanken arbeiten, kein Problem. Wäscher glaubt, diejenigen Transportfirmen, die bislang durchgehalten haben, hätten gute Chancen, am Markt bestehen zu können – vorausgesetzt, das Transportaufkommen ziehe in den kommenden Monaten an. Geschehe dies nicht, sieht die BVT-Vorstandsvorsitzende große Probleme auf das Gewerbe zukommen. (rs)

Mehr Experteneinschätzungen zum weiteren Verlauf der Krise im Transportgewerbe lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der VerkehrsRundschau (VR 37), die am 11.09.2009 erscheint. Hier können Sie ein Abo bestellen.

 
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