23.10.2006 |

Transnet will Börsengang der Bahn ohne Schienennetz verhindern

Berlin. Die Bahngewerkschaft Transnet will einen Börsengang der Deutschen Bahn AG ohne das Schienennetz nicht akzeptieren. Sollte sich die Politik darauf verständigen, das Netz aus dem Unternehmen herauszulösen, wolle sich Transnet für einen Abbruch des geplanten Börsengangs stark machen, berichtet das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe. Stattdessen sollte der komplette Konzern in der Obhut des Bundes bleiben. Dies solle noch Ende des Monats von Hauptvorstand beschlossen werden.

Demnach solle der Bund die Bahn als alleiniger Eigentümer in der heutigen Form erhalten und ausbauen. Damit könne der Bund auch weiter Einfluss auf die Verkehrsentwicklung haben. „Es wäre schädlich und töricht, aus der Entwicklung der Bahn zu einem Mobilitäts- und Logistikanbieter auszusteigen“, sagte Transnet-Chef Norbert Hansen.

Vor allem CDU und CSU wehren sich dagegen, die Schiene aus der Staatshand zu geben. „Ein Irrsinn, das deutsche Schienennetz für ein Butterbrot den internationalen Kapitalanlegern in den Rachen zu werfen“, sagte Unions-Vizefraktionschef Hans-Peter Friedrich der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Die Union favorisiert das „Eigentumsmodell“, bei dem der Bund juristisch Schieneneigner bleibt.

„Falls dieses Ziel nicht erreichbar ist, sagen wir: keine Privatisierung mit der Brechstange“, betonte Friedrich. Dies könnte bedeuten, dass die Leistungs- und Finanzvereinbarungen zwischen Bund und Bahn zunächst weiterlaufen und man bis Anfang 2008 einen neuen Anlauf für einen Börsengang prüft. Friedrich wollte dabei nicht ausschließen, dass lediglich Konzernteile an den Kapitalmarkt gehen, etwa die erfolgreiche Bahn-Logistiksparte Schenker. (dpa/tz)

 
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