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24.03.2016Transport + Logistik | Inland

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premiumTestprojekt zur E-Mobilität in der Logistik

Die Hochschule Kempten hat den Einsatz von E-Fahrzeugen im Lieferverkehr getestet und ein System entwickelt, mit dem Unternehmen herausfinden können, ob sich E-Fahrzeuge für sie lohnen.
DHL Elektroauto Allgäu

Einer der Projektpartner war DHL

Foto: DHL

Kempten. Elektrofahrzeuge sind bereits heute im logistischen Einsatz in Handwerksbetrieben oder in der Brief- und Paketzustellung einsatzfähig. Das ist das Ergebnis des Forschungsprojekts „E-Lieferung im Allgäu“, bei dem die Hochschule Kempten gemeinsam mit Projektpartnern aus Wirtschaft die Praxistauglichkeit der Elektromobilität im kommerziellen Lieferverkehr untersucht hat. Die größten Hemmnisse sind laut der Forschungsgruppe Informationsdefizite und Vorbehalte in Hinblick auf die Zuverlässigkeit und Reichweite der Fahrzeuge bei den Nutzern.

Das im Herbst 2012 von der Hochschule Kempten gestartete und wissenschaftlich betreute Projekt wurde öffentlich gefördert und von Partnern aus der regionalen Wirtschaft begleitet. Die Allgäuer Firma ABT Sportsline entwickelte 38 elektrische Lieferfahrzeuge in drei unterschiedlichen Fahrzeugklassen sowie eine Schnittstelle zur weltweiten UMTS-Diagnose. Parallel dazu wurde in Zusammenarbeit mit der AL-KO Alois Kober GmbH der Prototyp eines 4.5-Tonnen-Elektrolieferfahrzeugs auf Basis des VW T6 erprobt. Jedes Fahrzeug wurde mit einem Datenlogger ausgestattet, mit dem sämtliche Betriebsdaten gesammelt und ausgewertet werden konnten. Die Praxistauglichkeit wurde im konkreten Lieferalltag der Deutschen Post DHL Group und von Handwerksbetrieben wie der Bäckerei Wipper getestet.

Die Ansprüche an Fahrzeuge im Lieferverkehr sind laut der Hochschule Kempten besonders hoch. Dennoch hätten die E-Fahrzeuge in der Postauslieferung mit extrem vielen Stopps und einer Einsatzzeit von rund 10 Stunden annähernd das technische Niveau der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren erreicht. Auch in den von der Hochschule durchgeführten Interviews mit den beteiligten Fahrern, Kunden und Kommunen schnitten die E-Fahrzeuge positiv ab. Hervorgehoben wurden die einfache Bedienung und der Aspekt des emissionsfreien Fahrens im Vergleich zur Abgas- und Geräuschentwicklung eines Verbrennungsmotors. Die Deutsche Post DHL Group lobte insbesondere die guten Fahreigenschaften der E-Fahrzeuge. In einer flächendeckenden Befragung zeigten sich Handwerker als besonders interessierte Zielgruppe. Die momentanen Reichweiten und Ladekapazitäten erfüllen bereits jetzt weitgehend die Anforderungen an einen betrieblichen Einsatz in Handwerksbetrieben, heißt es von der Forschungsgruppe.

Lohnt sich der Einsatz für mich?

Damit Unternehmen herausfinden können, ob sich der Umstieg auf elektrische Nutzfahrzeuge lohnt, hat die Hochschule Kempten darüber hinaus ein Elektromobilitätscoaching entwickelt. Über einen Zeitraum von sechs Wochen werden die Fahrten mit vorhandenen konventionellen Fahrzeugen aufgezeichnet und damit die vorliegenden Mobilitätsanforderungen beschrieben. Die aufgezeichneten Fahrten werden dann mit virtuellen Modellen marktgängiger E-Autos simuliert und im Hinblick auf die erforderliche Reichweite, die geeignete Lade-Infrastruktur, die Kosten und die mögliche Einsparung von CO2 bewertet. Außerdem werden die Auslastung von Fahrzeugflotten und die Einbindung von E-Autos unter Beachtung der Ladezeiten betrachtet. Auf dieser Basis können interessierte Flottenbetreiber eine fundierte Entscheidung für oder gegen eine Elektrifizierung treffen. (ks)

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