Studie: Speditionen setzen auf grüne Logistik

24.02.2010 17:34 Uhr
Klimaschutz
Umwelt- und Klimaschutz ist im Bewusstsein der deutschen Logistikdienstleister fest verankert
© Foto: ddp/Greenpeace Magdeburg

Ökonomische und ökologische Ziele ergänzen sich: Logistikbranche erwartet höheren finanziellen Beitrag der Verlader für umweltschonende Produkte

Bonn. Möglichst effizienter Gütertransport ist der erste Schritt einer umweltschonendenLogistik. Dies zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Nachhaltigkeit in Verkehr und Logistik (INVL) an der Fachhochschule Heilbronn, zum zukunftsträchtigen Thema „Grüne Logistik“, die der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) heute vorgestellt hat. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich ökonomische und ökologische Ziele ergänzen – eine Aussage, der 85 Prozent der befragten Logistiker zustimmen. Dennoch erwarten die Unternehmer Großteils nicht, dass die Verlader bereit sind für grüne Produkte mehr zu bezahlen. Zwar tragen die Logistikunternehmen durch die Entwicklung neuer logistischer Konzepte und die Umsetzung technischer und organisatorischer Einzelmaßnahmen zum Rationalisierungs- und damit Umwelterfolg bei, stoßen aber oftmals auf wenig Verständnis bei ihren Kunden, wenn es ums Geld geht. „Auch Industrie und Handel können durch Reduzierung einer Vielzahl von Engpässen an den Be- und Entladestellen ihren Beitrag zu einer ‚Grünen Logistik’ leisten“, sagte DSLV-Präsident Mathias Krage. „Das Speditionsgewerbe hat auf jeden Fall seine Verantwortung für den Erhalt der Umwelt erkannt und bekennt sich dazu.“ Die „Umweltverträglichkeit“ wird nach Einschätzung der Befragten erheblich an Bedeutung gewinnen. Zwar bleiben auch zukünftig die klassischen Merkmale „Preis“, „Zuverlässigkeit“ und „Sicherheit“ dominierend, gleichwohl wird die „Umweltverträglichkeit“ den größten Bedeutungszuwachs erfahren. Insgesamt haben sich über 80 Prozent der in der repräsentativen Studie befragten Spediteure schon einmal mit dem Thema „Grüne Logistik“ auseinander gesetzt, wenn auch in unterschiedlicher Intensität. Fast alle stimmen zu, dass das Thema kein kurzfristiger Trend ist. „Klimaschutz und Wertewandel werden“, betonte Krage, „auch in der Logistik bewirken, dass wie bei Markenartikeln langfristig nur noch nachhaltig produzierte Dienstleistungen ‚gekauft’ werden.“ Dies gilt seiner Ansicht nach umso mehr, als sich zunehmend auch die verladende Wirtschaft des Themas annimmt. Über die Hälfte der Speditions- und Logistikunternehmen hatte schon mit entsprechenden Anfragen zu tun. (sb)

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