17.11.2009 |

Studie: Knappheit an maritimem Fachpersonal treibt die Kosten hoch

Hamburg. Für die deutschen Containerschiff-Reedereien erwiesen sich 2008 die Personalkosten als echter Kostentreiber. Sie legen im Berichtsjahr um gut 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, berichtet die HSH Nordbank aus Hamburg in ihrer am Dienstag vorgestellten neuen Studie über die Entwicklung der Schiffsbetriebskosten. Sie erschien zum fünften Mal in Folge und wurde in Zusammenarbeit mit der Econum Unternehmensberatung sowie von Ernst & Young erstellt. 2008 lagen die operativen Betriebskosten der deutschen Containerschiff-Flotte um gut 6,6 Prozent über dem Vorjahresstand.

Die entscheidende Ursache für den starken Zuwachs bei den Personalkosten, die seit Jahren schon einen Anteil von rund 50 Prozent an den Schiffsbetriebskosten haben, lag 2008 in der großen Knappheit bei qualifiziertem seemännischen Personal, allen voran bei den Schiffsoffizieren. Weil 2008 noch Schiffe in großer Anzahl in den Markt strömten kam es unter den Reedereien auch zu einem lebhaften Buhlen um das Fachpersonal. Das wiederum fand seine Entsprechung in den Heuern (Gehältern, d.Red.). Zwar geht HSH Nordbank- Schifffahrts-Vorstand Harald Kuznik, davon aus, dass 2009 die Bordpersonalkosten aufgrund der globalem Schifffahrtskrise nicht mehr so rasant steigen. Doch am grundsätzlichen Problem der Knappheit von maritimem Fachpersonal ändere sich auf Jahre hinaus nichts. Zwar seien inzwischen weltweit Hunderte von Schiffen aufgelegt. Doch müssten auch die aufgelegten Frachter aus Sicherheitsgründen mit einer Rumpfbesatzung weiter geführt werden.

Ein weiterer Kostenposten von Bedeutung stellten 2008 die Versicherungskosten dar. Allerdings gibt es hier eine sehr uneinheitliche, weil sehr stark vom jeweiligen Schiffstyp abhängige Entwicklung. Tatsache sei, dass aber das Problem „Piraterie“ ebenfalls einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Versicherungskosten weltweit ausübe.

Erstmals seit drei Jahren seien die Schiffsunterhaltungskosten rückläufig gewesen. Ein wichtiger Beitrag zu dieser Entwicklung hätten die gesunkenen Ausgaben für Schmierstoffe als Folge der gesunkenen Ölpreise.

Bei der betriebswirtschaftlichen Ergebnissen konnten die Reedereien 2008 noch gute – für kleinere Schiffe – bis „sehr gute“ - für größere Schiffe – eingefahren werden. Für 2009 und 2010 seien jedoch als Folge der Schifffahrtskrise und stark unter Druck stehender Charterraten mit „deutliche sinkenden Nettoerlösen“ zu rechnen, so die Studie. (eha)

 
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17.11.2009Artikelinformationen

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