12.05.2009 | Transport + Logistik
Studie: Gigaliner bringen nichts für Klimaschutz
Karlsruhe. Riesige Trucks können nach Überzeugung von Karlsruher Wissenschaftlern langfristig nur wenig zum Schutz des Klimas beitragen. Durch die Lastwagen, die mehr als 25 Meter lang und bis zu 60 Tonnen schwer werden können, werde die Umwelt zwar in den ersten Jahren auf der Straße entlastet, auch die Zahl der kilometerlangen Staus verringere sich.
Die sogenannten Gigaliner, Euro- oder EcoCombis seien aber wegen ihrer Transportkraft starke Konkurrenten für die Bahn und könnten das Volumen des Güterverkehrs massiv von der Schiene auf die Straße verlagern, warnt das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI (Karlsruhe) in einer am Dienstag veröffentlichten Studie.
„Die Zulassung von Megatrucks ist klima- und verkehrspolitisch kein Allheilmittel“, sagte Projektleiter Claus Doll vom Fraunhofer ISI. „In den ersten fünf Jahren sinkt zunächst der CO2-Ausstoß, weil die Megaliner dann noch effizienter sind“, sagte Doll. Danach komme es allerdings zur Umstellung der logistischen Prozesse, also der Verlagerung vom bislang auf Schienen transportierten Gütern auf die Straße. Die Folge: Der Ausstoß steige langfristig.
Nach der Fraunhofer-Studie, die im Auftrag der Gemeinschaft der Europäischen Bahnen und Infrastrukturunternehmen (CER) durchgeführt wurde, wären durch eine Verlagerung von der Schiene auf die Straße vor allem die Märkte für hochwertige Produkte und Containertransporte betroffen. In diesem Segment könnten zwischen zehn und 30 Prozent der Bahngütertransporte auf die Straße verlagert werden, heißt es in der Untersuchung. (dpa/pi)
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