Antwerpen. Auch der Hafen Antwerpen bekommt die Folgen der Weltwirtschaftskrise mit voller Wucht zu spüren. Das bestätigt der Städtische Hafenbetrieb Antwerpen (SHA) in seinem am Donnerstag vorgelegten Bericht für das erste Quartal 2009. Derzeit sei noch nicht absehbar, ob beim Umschlag bereits der Tiefpunkt des Jahres erreicht sei oder ob weitere Mengenverluste entstünden, erklärte Hafenchef Eddy Bruyninckx. Der SHA wollen an seinen langfristig angelegten Investitionsplänen aber in jedem Fall festhalten. „Das ist die beste Antwort auf die anhaltende Krise“, sagte der Hafenchef. Einbrüche beim Güterumschlag gab es auf breiter Front und gerade in Bereichen, in denen der Scheldehafen bislang mit starken Ergebnissen geglänzt hatte. Der Gesamtumschlag blieb im aktuellen Berichtszeitraum mit 37,3 Millionen Tonnen gut 19,3 Prozent unter dem Vorjahres-Vergleichszeitraum zurück. Beim Containerumschlag verringerte sich das Standardtcontainer (TEU)-Aufkommen in den ersten drei Monaten um 16,3 Prozent auf 2,07 Millionen TEU. Besonders hart sind die Einschläge bei konventionellem Stückgut, das in Antwerpen traditionell eine sehr starke Rolle spielt. So gilt der Scheldehafen als größter europäischer Stahlprodukte-Hafen. Das Stückgutaufkommen reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um knapp 30,7 Prozent auf 2,9 Millionen Tonnen. Als Folge der latenten Schwäche der britischen Wirtschaft schrumpfte der Ro/Ro-Umschlag im Berichtszeitraum um gut 31,4 Prozent auf rund 793.000 Tonnen. Beim Importgeschäft mit Neufahrzeugen gab es einen Einbruch von knapp 46 Prozent. Auch bei den Schiffsanläufen musste Antwerpen Federn lassen. Mit 3408 Seeschiffen lag der Rückgang bei 16,3 Prozent. (eha)
Starke Mengenverluste im Hafen Antwerpen
Auch beim konventionellen Stückgut ist die Tonnage im ersten Quartal 2009 rückläufig